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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 1 · p. Seite 77

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1920-01-01
Page
Seite 77 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen, 77 Der noch ausstehende Beweis für die Identität der Göttinnen Ninisin־na und Gula mit Ninkarrak wird im 5. Kap. auf Grund der Texte geführt und Name und Bedeutung erklärt. Gula ist ״die Große, die Hehre0, Nin־isin־na (der Ebelingsche Text schreibt dafür Nin־in־si־an־na) ,,Herrin von Isin“ und Ninkarrak ״Herrin, die Heilung schafft“. Ninkarrak ist nach dem Texte Ebelings die Tochter des Anu und die Gemahlin des Pabilsag. Gewöhnlich gilt allerdings Ninib als Gemahl der Gula (= Ninkarrak), doch ist in Betracht zu ziehen, daß Pabilsag eine dem Ninib nahestehende Gottheit ist, die zuweilen ganz mit Ninib indentifiziert wird. Bei diesen besonders in älterer Zeit nahen Beziehnungen der Gula zu Ninib, dem Gott, der Morgensonne, müßte sie wohl selbst auch als Göttin der Morgensonne betrachtet werden. Besonders wird sie aber als Heilgöttin angerufen, als. die ״Erweckerin der Toten“ d. i. der dem Tode verfallenen Schwerkranken. Auch, mit Sternbildern wurde Gula in Verbin־ düng gebracht, doch wechselten diese Beziehungen im Laufe.der Jahrhunderte. In der Arsacidenzeit entspricht sie dem Sternbilde des Wassermanns. Verwandt mit Gula, aber nicht identisch ist Ba-u, die Lokalgöttin von Lagas, ferner Ninib, ihr Gemahl, der auch als Heilgott erscheint. -Verwandt sind ebenfalls als Heilgötter Damu und Nin-azu. Weiter seien noch erwähnt: Ninsunna, Im*zu־an־na, Su-zu־an־na und Ku-nun-na. ־ Das 6. Kap. verbreitet sich über Kultstätten, Feste und Symbole der Ninkarrak. Tempel der Ninkarrak (Gula oder Nin־isin־na) befanden sich in Larsa, Ur, Isin, Borsippa, Sippar, Babjdori, Assur, Das älteste bezeugte Fest zu Ehren der Ninkarrak wurde zur Zeit des Idm-Dagan Von Isi'n am Neujahrstage begangen. Man feierte dabei die Vermählung der Göttin mit Tammuz. Ein anderes Fest zu Ehren der Gula' fand am 12. Ijjar statt. Ferner war der 19. Tag jedes Monats der Gula, der 9. der Gula und dem Ninib heilig. Für die Symbole der Ninkarrak (Gula) sind die Bauinschriften Nebukadnezars und besonders die Darstellungen auf den Kudurrus heranzuziehen., Als hauptsächlichstes Symbol. erscheint der Hund,' der hier im Hinblick auf Gula als Heilgöttin, die das Leben schützt, als schützendes Tier aufzufassen ist. Nikel spricht im Vorwort zu seiner Schrift die Hoffnung aus, daß seine Monographie über die Göttin Ninkarrak den Vertretern der orien־ talischen Religionsgeschichte nicht unwillkommen sein werde, und man kann dem, wie schon die kurze Inhaltsangabe zeigen dürfte, nur beipflichten; denn gerade solche gründliche Einzeluntersuchungen, die das weit verstreute Material sammeln und übersichtlich ordnen, sind notwendig.. Allein auf Grund des gesamten Materials ist es bei der Vielgestaltigkeit des baby- Ionischen Pantheons möglich * eine wenigstens annähernd ■richtige Vorstellung

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