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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 1 · p. Seite 64

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 1
Article
Wesen und Bedeutung des Dagesch, insbesondere des Dagesch euphonicum
Date
1920-01-01
Page
Seite 64 (sequence 9)
Language
German
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64 Wesen und Bedeutung des Dagesch, insbesondere des Dagesch euphonicum. Dem Dagesch glaubte man eine Menge verschiedener Funktionen zuschreiben zu müssen und hat demzufolge für jede eine besondere Bezeichnung eingeführt. Unsere Alten aber wissen weder von Dagesch dirimens, neutrum, emphaticum, affectuosum. noch den vielen von Graetz (a. a. 0. S. 496) vorgeschlagenen, sie kennen nur 1. דגש קל Dagesch lene, das die Spiräntes בגדכפת als Explosive kennzeichnet; es findet sich aber auch in anderen Konsonanten, wie wir •weiterhin sehen werden, mitten im Worte nach geschlossener Silbe; 2. דגש חוק Dagesch forte, das entweder compensativum, d. h. ein Ersatz für einen fehlenden Buchstaben, oder charakteristicum sein kann, nämlich im zweiten Wurzelbuchstaben der Adjektive צדיק צקש אלם u. dergl. sowie im Piel, Pual ünd Hithpael und von ihnen abgeleiteten Nominal- oder Adverbialformen. Jedes sonstige Dagesch nennen sie 3. דגש לתפארת הקריאה, Dagesch zur Verschönerung des Lesens, eine Bezeichnung, die treffend mit Dagesch euphonicum wiedergegeben wird. Mit diesem Dagesch wollen die Maßoreten nicht sowohl ein schönes Lesen erzielen, als vielmehr ein vollkommen richtiges, dem Sinn entsprechendes auch für צלפחל, das sie also צל§חד las, und öalimof)• für תלפיות. Wenn Hieronymus' sagt, פ ut <p sonat, so meint er nicht unser f, sondern ein wirkliches ph, d. h, p mit nachfolgendem Hauch. Daher setzen die römischen Schriftsteller niemals f für cp, sondern stets ph, während die griechischen in Ermangelung eines passenden Buchstabens cp für f schreiben, ß sprachen die Griechen hart und weich, und so finden wir z. B. Bccekkto!; für Vitellius und in Talmud und Midrasch ביברין vivarium, 7ע£ץ50 אבניכים]<; (ewgenes), בילא vela, ביביי אמפרטור vire imperatör und bei alexandrinischen Schriftstellern Accß10׳ für דוד, wo sie doch ohne Zweifel ß wie W ausprachen. Wenn der Talmud davor warnt, in'.עשב בשדך und כנף פחיל die beiden ב und פ als einen Laut zu lesen, so folgt daraus keineswegs, daß man damals ב und פ ,ב und פ nicht unterschieden und sie stets entweder b und p oder w und f gesprochen habe. Es wird da ein langsames. Lesen der Worte verlangt ליתן.רוח בין הדבקים, dehn bei schnellem Zusammenlesen könnte leicht der weiche Laut durch den folgenden harten verdrängt werden.

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