Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Wesen und Bedeutung des Dagesch, insbesondere des Dagesch euphonicum
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 7)
- Language
- German
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62 Wesen und Bedeutung desDagesch, insbesondere des Dagesch euphonicum heim wollte (in seinen Pentateuchausgaben zu 3 M 9,22 und 19,33) aus einer Akzentregel schließen, daß die Alten das Schwa auch nach langen Vokalen als ein ruhendes gelesen haben. Bei םרכא תביר steht nämlich zwischen den betonten Silben höchstens eine unbetonte; ist mehr als eine vorhanden, so treten dafür דרגא תביר ein. Nun finden wir einerseits 3 אחות M 20,19, 5 עעיה אחכם M 8,30, andererseits 2 הראה אתןד m 27,8, 1 טרו וו־יבו m 1,28,4 אשרטכןדו m 26,64, 3 ככיא אתכם M 20,22. Hieraus glaubte H. folgern zu dürfen, daß wohl in den ersten zwei Beispielen das Schwa unter den dageschierten Buchstaben ein mobile, in den andern aber ein quiescens sei. Allein m. E. folgt nur hieraus, daß ein gradueller Unterschied zwischen den verschiedenen Arten des Schwa mobile besteht, daß dieses in den ersten Beispielen eine besondere Silbe bildet, sodaß immScho, ittechem zu lesen ist, wohingegen in den anderen das Schwa mobile schnell zur Tonsilbe hinüberzuziehen ist, also u-r’wu, po-k’du, ae-th’chem etc. Gegen Heidenheim’s Annahme spricht deutlich die Akzentuation von 3 רצאו M 9,23, 2 ונגפו M 21,22 u. dergl., wo entschieden חדגפו ר״צאו zu lesen ist. Außerdem werden Dikduke S. 21 dreizehn — übrigens wohlbegründete — Ausnahmen aufgeführt, die TI דרגא statt מרפא haben, darunter Stellen wie Koh. 9, 10 und 2 Chr. 30,3, wo demnach auch יחי und יכלו dreisilbig — jodechö jochelü — zu lesen sind. Nicht zu rütteln ist also an der alten Regel, nach welcher das Schwa nach einem langen Vokal stets mobile ist; ausgenommen allein, wenn die Silbe den Wortton hat: *שכלתי לכנה כןפזנתי. Selbst in der engen Verbindung zweier Wörter, wo das erste den Hauptton verliert, und der Nebenton scheinbar zum Hauptton geworden ist, wie ישבי צ1ר Ps. 83,8 3 מאויני צדכן m 19,36, 5 אודת יך m 32,36, דמתה זאת’ps.118,24 bleibt das Schwa mobile intakt. Ich sage scheinbar, denn in Wirklichkeit hat die erste Silbe des ersten Wortes nur einen Nebenton, während der Hauptton auf dem zweiten Worte liegt. Ob nach kurzen Vokalen das Schwa ein ruhendes oder