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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 1 · p. Seite 50

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 1
Article
Der Segan
Date
1920-01-01
Page
Seite 50 (sequence 21)
Language
German
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50 Der Segan. noch nicht auf die Beschaffung der täglichen Opfer verwendet worden sein, mögen die Könige die Kosten bestritten haben; wenn nur die Opfer für das Steuer zahlende Volk dargebracht wurden, so mußte die Tendenz dies hinfällig zu machen, recht bald in die Erscheinung getreten sein. Dem sei jedoch wie ihm wolle, uns genügt die Tatsache, daß der Maamad zur Zeit seiner vollständigen Ausgestaltung aus zwei Teilen bestand, aus einem in der Hauptstadt residierenden und einem in seinem Bezirke wohnenden. Der Unterschied zwischen beiden ist zur Genüge bekannt; dieser hatte in der Woche, da seine Dienstabteilung nach Jerusalem zog, mit Fasten verbundene Gottesdienste abzuhaiten, jener den Dienstverrichtungen des Mischmar zu assistieren. Doch ein . weiterer Unterschied ist, soweit ich sehe, bisher nicht hervorgehoben worden, nämlich der, daß jede Dienstabteilung bloß einen, jeder Opferbeistand hingegen zwei Präsidenten hatte. Von dem einen in Jerusalem wohnenden ist Thamid 5,6, von dem andern im Vororte des Mischmar wohnenden Bikkurim 3,1 die Rede. Daß er hier den Namen ממונה führt, beweist nur die große Allgemeinheit des mit diesem Worte verbundenen Begriffes. Da nun das Maamad-Institut den Zweck hatte, die gesetzlichen Opfer als im Namen des ganzen Volkes dargebrachte zu dokumentieren, sollte man meinen, daß alle 24 Präsidenten der Beistände tagtäglich am Opfer-Altar zu erscheinen hätten. Dem war jedoch nicht so; denn Thamid 5,6 wird nur von dem לאש המעמד gesprochen. Während also jeden Tag ein anderer Vorstand der diensttuenden Tages- (Chaggai, Secharjah und Maleachi) ausdrücklich angegeben.® Wie kleinlich es ist, wenn Bloch Tosifta Kap. 3 zitiert, die 3 in eine 4 zu korrigieren, muß jeder sehen, def da weiß, daß die editio Zuckermandel gerade hier eine Lücke aufweist. Auch ich habe deshalb hier das Zitat den alten Ausgaben entlehnt und darum kein Alinea angegeben. Moses Bloch war kein moderner Talmudkritiker, der die Tekanoth entwickelungsgeschichtlich behandeln wollte, aber er war ein universeller Talmudforscher, der mit seinen Institutionen des Judentums ganz andere Ziele verfolgte, -als den RMBM zurecht zu legen.

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