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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 1 · p. Seite 43

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 1
Article
Der Segan
Date
1920-01-01
Page
Seite 43 (sequence 14)
Language
German
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Der Segan. 43 Vertreters der Segan als ständiger Vertreter des Hohenpriesters berufen. Doch, so höre ich fragen; ist die Annahme, der Segan sei gegen den Sadduzäismus immunisiert gewesen, nicht eine willkürliche? Wenn er, wie Schürer und Büchler behaupten, mit dem Tempelhauptmann identisch war, dann ist meine Behauptung eine aus der Luft gegriffene. Es ist jedoch ein großer, leicht nachweisbarer Irrtum, den Segan mit dem Tempelhauptmann zu identifizieren. In seiner G, d. V. J. 11,3, 264• schreibt Schürer: ״Dem Hohepriester am nächsten stand dem Range nach der I?? oder סגן aramäisch!ג?, über dessen amtliche Funktion freilich die rabbinischen Autoritäten sehr im unklaren sind. Man meint gewöhnlich, er sei der Stellvertreter des Hohepriestern gewesen und habe namentlich die Aufgabe gehabt, für diesen einzutreten, wenn er durch levitische Verunreinigung an der Ausübung seines Dienstes verhindert war;“ diese Meinung .... ist aber sicher falsch usw., denn die Mischnah sagt über diese Stellvertretung vielmehr Folgendes: ״Sieben Tage vor dem Versöhnungstage bestimmt man einen andern Priester . . . dies wäre doch sehr überflüssig gewesen, wenn es einen ständigen Vicarius des Hohepriesters gegeben hätte.“ Es ist die Tosifta, welche den Segan als Stellvertreter des Hohepriesters bezeichnet, und da gilt es vor allem, wie ich das seit fast einem halben Jahrhundert behaupte, das Verhältnis der Tosifta zur Mischnah zu kennen, um das betreffende Alinea an seinem rechten Orte unterzubringen. Wohin gehört das folgende Alinea 1,4 der t. Joma? למה מפרישיןכהן אחר תחתיו, שאם יארע בו פסול ישמש תחתיו, ר׳ חנניה וב״א) נסגן הבחנים]1) אומר, לכך הסגן ממונה, שאם ג) So ist mit der Wiener Tosifta-Handschr. und der Baraitha Joma 39 a und Sota 42 a zu lesen. In den alten Tosifta-Ausgaben wird der Passus anonym gebracht, die Erfurter Handschr. hat ב״ג, die Baraitha Nasir 47 b חניגא בן אגטיגבוס. Ich halte an der La der Wiener Handschrift fest, nicht weil der Babli sie in zwei Traktaten hat, sondern weil die Bestimmtheit, mit welcher die Mitteilung gemacht wird, eher auf den Segan selber, als auf einen Zeitgenossen R. Akiba’s oder gar RJBG.s hinweist.

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