Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Segan
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 5)
- Language
- German
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34 Der Segan. wird Niemanden überraschen. Die Mischnah la ist sicherlich sehr alt. Die Uebersiedluing des Hohepriesters unmittelbar nach RH. i. e. sieben Tage vor Jom Kippur in die Parhedrin- Halle, damit er sich während einer ganzen Woche mit dem Opferdienst im Einzelnen vertraut mache, ist eine Verfügung sehr “alten Datums, weil ja der Hohepriester seitdem die Politik für ihn zur Hauptsache wurde, das ganze Jahr hindurch die Öpferstätte gar nicht, betrat, und selbst die Lev. 6. 13 ff. ihm zur Pflicht gemachte Darbringung des täglichen Speise-Opfers Anderen überließ1). Dafür ist die zweite Be- Stimmung der Mischnah ו0תלןינין ל1 כהן אחר ׳תחתיו jung, jünger als die Mischnajoth 1,6. 7, nach welchen der Hohepriester die Nacht vom 9. auf den 10. Tischri wachend verbringen müsse. Wenn er die Eignung dazu besaß, hatte er •selber einen Lehrvortrag zu halten, und wenn ihm diese Fähigkeit abging, mußten die Jünger der Weisen für ihn eintreten. Es wird vorausgesetzt, daß er diesen Vorträgen ein den Schlaf verscheuchendes Interesse entgegenbringe, und wenn die Schlafsucht ihn dennoch befällt, sollten die Priester-Novizen ihn wach zu erhalten suchen. Auf der anderen Seite wieder ist die Mischnah 1,5 mit der Bestimmung, den Hohepriester auf das traditionelle Rituale des Jom Kippur zu vereidigen, fast um sieben Jahrzehnte jünger als die ihm auferlegte Nachtwache. Mit anderen Worten, wir haben drei Entwickelungs-Phasen zu unterscheiden. \ Glücklicherweise sind wir in der angenehmen Lage, sie chronologisch fixieren zu können, a) Die Bestimmung, daß der Hohepriester in der Jom Kippur-Nacht wach bleibe, stammt aus dem J. 5—4־ v. b) Die Bestellung eines ephemeren Vertreters^) für den Ver~ x) Die Auslosung der זעיודן Joma 2,3. Tham. 3,1, 4,3 ist der beste Beweis dafür, daß der HP. sich damit begnügte, das ihm anbefohlene Opfer aus seinem Gelde darbringen zu lassen. Über das tägliche Opfer des Hohepriesters siehe 1 Chr. 9,31 und Herzfeld, G. d. V. J. II, 190 ff. Dieser war ein dienstkurndiger Ahronide; seine Bestellung fiel keineswegs wie Graetz, Gesch. III 4235כ behauptet, mit dem Einzug des Hohe.