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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 1 · p. Seite 26

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 1
Article
Philons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis
Date
1920-01-01
Page
Seite 26 (sequence 19)
Language
German
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Philons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis. Prophetie ist ihm nicht, wie dem rabbinischen Judentum, in erster Linie eine geschichtliche Erscheinung, deren Fortdauer in eine minder würdige Zeit mindestens fraglich erscheinen kann1); das Wunder dient nach ihm nicht zur Beglaubigung des Propheten wie nach zahlreichen Bibelstellen und den ihnen folgenden jüdischen Religionsphilosophen2). So stammt auch die uns hier interessierende Aeußerung Philons, daß ״der Prophet nichts Eigenes vorträgt, sich vielmehr die Gottheit nur seiner Organe zur Offenbarung ihres Willens bedient", nicht aus jüdischen Quellen; erkennt doch der Talmud3) ausdrücklich eine Mitwirkung der Individualität der Propheten bei der Formulierung ihrer Weissagungen an; vielmehr schöpft er aus derselben griechischen Vorlage, der Lucan Phars. V 167 ff. die Worte entnimmt: (Paean) menten priorem expulit atque hominem toto sibi cedere iussit pectore, gegen die sich Plutarch (Def. or. 414 E) wendet, wenn er meint, man mache die Gottheit zum Bauchredner, indem man ihr zumute, daß sie sich fremder Organe bediene; und diese ג) Vgl. die talmudische Diskussion über das Aufhören und die Nachfolger der Prophetie Baba bathra 15 ab. 2) Die Beziehungen zwischen Wunder und Prophetie nach der Anschauung der mittelalterlichen jüdischen Denker finden in der Straßburger Dissertation von J. ICramer, Das Problem des Wunders ... bei den jüdischen Religionsphilosophen von Saadja bis Maimuni (1903), eine nahezu ausreichende Behandlung. Am weitesten von Philon scheint sich sein, unmittelbarer Nachfolger Saadja zu entfernen (Engelkämper, De Saadiae Gaonis vita 38 ff.); vgl. aber auch Maimonides More II 35. 3) Sanh. 89a gilt es als Zeichen der Inspiration durch einen Lügengeist, daß 400 Propheten w’örtlich dasselbe weissagen. Vgl. auch Engelkämper a. a. 0. 41 über die Würdigung der schriftstellerischen Eigenart Jesajas durch Saadja.

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