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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 1 · p. Seite 25

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 1
Article
Philons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis
Date
1920-01-01
Page
Seite 25 (sequence 18)
Language
German
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Phiions Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis. 25 den Verfassern des Gebetbuchs ein ״weises Herz״ als Gottesgäbe gilt, so sicher gilt doch der Grundsatz, das ״alles vom Himmel verliehen wird, außer der Gottesfurcht״ (Berach. 33 b u. ö.) zweifellos gerade von dem Forschen in der Thora; das zeigt besonders deutlich die Stelle, die vor falschem Gelehrtendünkel warnt, Aboth 2,9: Hast du viel Thora gelernt, so tue dir nichts darauf zu gute; denn dazu bist du geschaffen! Die Beschäftigung mit der Thora gilt also durchaus als Aufgabe des willensfreien Menschen, aber als pflichtmäßige, nicht als besondere Leistung. Phiions Lehre dagegen, daß Gott die Seelen befruchten muß, knüpft wieder an eine griechische Vorstellung an, nämlich den Glauben der Mystiker (Rhode, Psyche II 124), daß der Mensch ״nicht eigener Kraft, sondern der Gnade erlösender Götter (beo't 16(7101) seine Befreiung verdanken kann״; aus ihnen hat allen! Anschein nach bereits Poseidonios*) seine Lehre geschöpft, daß ״niemand ohne den Beistand der Gottheit ein guter Mensch werden kann.״ Und in wie fühlbarer Weise wir uns diesen Beistand der Gottheit vorzustellen haben, zeigt die Inspirationslehre des Denkers, die für uns von großem Interesse ist, da sie auch auf Philon gewirkt hat* 2). Denn darin hat Leisegang S. 146 vollständig Recht3): Phiions Inspirationslehre ist durchaus unabhängig von jüdischer Theorie und ganz aus griechischer Quelle geschöpft. Die *) Denn daß Sen. Ep. 41,2 aus Pos. schöpft, sah bereits Corssen, De Posidonio 43; ״weniger sicher ist mir sein Einfluß auf die frei gearbeitete Stelle Cic. Nat. d. II 165 ff־ und Max. Tyr. VIII 7 k. Wohl aber beweisen die drei Stellen mit voller Sicherheit die Verbreitung der von Philon vertretenen Gedanken im hellenistischen Kulturkreis; und das ist für uns natürlich die Hauptsache. s) Spec. leg. I 65; IV 60; Praem. et poen. 55; Quis rer, div. her. 259; 265. 3) Ebenso urteilen auch Brehier, Les idees de Philon 186 ff. und L. Cohn in Judaica, Festschrift für Cohen 312,1, ohne indessen den Unterschied zwischen seiner und der biblisch-rabbinischen Vorstellung genau zu bezeichnen.

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