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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 1 · p. Seite 12

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 1
Article
Philons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis
Date
1920-01-01
Page
Seite 12 (sequence 5)
Language
German
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12 PHilons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven. Erkenntnis. sentlich materialistische Ontologie, eine sensualistische Erkenntnislehre und eine pantheistische Metaphysik vertritt, zieht im ersten vorchristlichen Jahrhundert mit dem überaus einflußreichen Philosophen, Naturforscher und Historiker Pos ei doni os der Geist der Mystik in die Stoa ein; und zwar ist dieser Denker belesen und vorurteilslos genug, um außer den volkstümlichen Vorstellungen vor allem die Lehren solcher Philosophen in die Stoa einzuführen, die jene Vorstellungen wissenschaftlich zu formulieren und ethisch umzudeuten gewußt haben: also Gedanken derPythagoreer und namentlich Platons1). Die Unsterblichkeitsbeweise des Phaidon haben . im ausgehenden Altertum wesentlich durch seine Vermittlung gewirkt; sein Kommentar zum platonischen Timaios (also der Schrift, in welcher der große Denker seine Weltschöpfungslehre dichterisch-philosophisch dargestellt hatte) ist auf Heiden, Juden und Christen von einem Einfluß gewesen, den die neueste Forschung eben begonnen hat bloßzulegen. Unter dem Einfluß der volkstümlichen und philosophischen Mystik, zugleich aber bestimmt durch eine tiefe, ethisch gefärbte Frömmigkeit hat Poseidonios ein großartiges, wissenschaftlich begründetes und von religiöser Wärme durchdrungenes Weltbild entworfen, in welchem die dem Judentum abgekehrten Elemente des stoischen Systems, Pantheismus und Materialismus, zwar nicht fehlen, aber doch stark erweicht sind, dagegen eine Andacht und ein sittlicher Ernst walten, durch welche er näher an den Geist der Bibel heranrückt als irgend ein uns bekannter Schriftsteller des heidnischen Altertums, Wie eigenen Sammlungen zur Geschichte der Stoa beruhen, sind quellenkritische Belege nur soweit gegeben, wie sie den mit dem Stande der Forschung vertrauten Lesern erforderlich sein werden. Philon zitiere ich nur nach den Paragraphen der kritischen Ausgabe. *) Wenn Jaeger, Nemesios von Emesa 70 nur den Timaios Platons auf P. wirken lassen will, so ist das m. E. zu einseitig geurteilt, insofern aber zutreffend, als nur der Mystiker Platon auf ihn von Einfluß war.

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