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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 1 · p. Seite 10

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 1
Article
Philons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis
Date
1920-01-01
Page
Seite 10 (sequence 3)
Language
German
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10 Philons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis. nicht mehr und nicht weniger als eine Vorstudie dar. Er befaßt sich mit der Lehre von der intuitiven Erkenntnis bei Phi Ion und ihren Quellen. Und wenn sich auch ״die wichtigsten Bestandteile der späteren, vor allem durch das Christentum ausgebauten und verbreiteten Spekulation vom Heiligen Geist bereits bei Philon finden“ (L. 241;, so kann doch von einem ״durchschlagenden Einfluß Philons auf die Verbreitung des Pneumabegriffes“ im . Neutestamentlichen Sinne nicht geredet werden, da Philon den Träger der Verzückung oder Offenbarung nur selten als Pneuma bezeichnet (L. 141). Wenn daher Leisegangs Arbeit für den Neutestamentler wesentlich vorbereitenden Wert hat, so interessiert sie den jüdischen Theologen unmittelbar als wichtiger Beitrag zur Erforschung Philons und des Verhältnisses der jüdischen und griechischen Elemente seiner Bildung, und zwar ein Beitrag aus besonders berufener Feder. Denn daß Leisegang Philon kennt, hat er durch seine Beiträge zu dem von Leopold Cohn begründeten hellenistischen Übersetzungswerk (Bd. III, 207—331) bewiesen; seine erfreulich weit fortgeschrittenen Vorarbeiten zu dem Index Philoneus, mit dessen Herausgabe ihn die Berliner Akademie beauftragt hat, sind gewiß auch seiner Arbeit über Philons Geistlehre zustatten gekommen; seine hebräischen Kenntnisse gestatten ihm durchaus die Lektüre unserer Bibel im Urtext und die Kon-? i. trolle der ihm genau bekannten Ergebnisse der Bibelforschung. Die talmudische und mittelalterlich-jüdische Literatur kann er allerdings nur aus zweiter Hand verwerten. Der jüdische Theologe wird daher an seiner Arbeit das lebhafteste Interesse nehmen und nicht nur kritisch über seine Ergebnisse zu Sehr erwünscht wäre es, wenn der gelehrte Verfasser oder ein geeigneter Mitforscher die Folgerungen aus seinen Forschungen auch für den Islam zöge. Für die Bedeutung, die auch in dessen Kulturkreis die Ruach- Spekulation erlangt hat, vgl. De Bo er, Geschichte der Philosophie im Islam 25 f. und über den stoischen Ursprungs des Begriffes der in der arabischen Spekulation S. Horovitz, Einfluß der griechischen Philo- Sophie auf die Entwicklung des Kalam, Breslauer SenvProgr. 1909, 12.

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