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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 1 · p. Seite 69

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1919-01-01
Page
Seite 69 (sequence 18)
Language
German
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Besprechungen. 69 »Überdas handelt der Laban noch weiter schälklich mit ihm in dem, daß er ihm io mal seinen Lohn verwechselt und ihm nicht gönnen will, was ihm Gott bescheret, so er doch durch ihn reich geworden war, macht's so lang und viel, daß Gott nicht mehr leiden wollte. Also muß man der Heiligen Werke ansehen, daß man sich nicht daran stoße. Es wäre noch nicht große Sünde, wenn einer jetzt so lang und beschwerlich dienen sollte und keinen Lohn kriegte, ob er mit solcher Weise und Meinung etwas von des Herrn Gut zu sich brächte. Es gebührt ihm doch und ist vor Gott sein; kann er’s nun füglicherweise davon bringen, so hat er das Seine genommen«. So weit Luther. Immerhin, auch ohne Luther und Delitzsch konnte Verfasser mittels Berufung auf allerlei das Gegenteil von Kittel der Schrift entnehmende, sogar liberale, also durch keine »Orthodoxie« verdächtige christliche Gelehrte zeigen, wie wenig dem Obergutachten die von den.Leipziger Richtern ihm zugebilligte- Autorität zukommt. Es ist übrigens ärgerlich, daß Verfasser die Fundorte der von ihm zitierten Aussprüche dieser Gelehrten häufig ungenau oder auch gar nicht angibt. Einige dieser vom Verfasser gesammelten wertvollen Aussprüche mögen hier mitgeteilt sein. Gegen -Kittels Steckenpferd »Volksreligion« führt er an, was Bäthgen sagt: '׳»Nicht darnach, was die Götzendiener glaubten, sondern darnach, was im Herzen eines Samuel und seinesgleichen lebte, ist die Religion Israels in jener Zeit zu bestimmen« (S. 42). (JndPeters folgert gerade aus derJephta-Erzählung den »universalen Charakter des Monotheismus Israels selbst in frühester Zeit« (S. 43). Weggewünscht aber hätten wir solche vom Verfasser mit Befriedigung zitierte Äußerungen radikaler Theologen, welche gelegentlich die Bibel zwar nicht herabsetzen wie Kittel, aber sie rationalistisch auslegen. Wir betrachten es nicht als eine Verteidigung der Bibel, wenn Verfasser zum Beispiel S. 54 sich auf diö ^Reußsche Erklärung der Erzählung T. Mos. 3 beruft, welche den gleichen Rationalismus atmet wie seine eigene, die von uns bereits oben besprochen wurde. Eine gänzlich verfehlte Zubilligung »mildernder Umstände« für den Obergutachter müssen wir nachdrücklich bestreiten. Verfasser sagt (S. 229): »Kittel ist Christ und Theologe; beide

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