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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 1 · p. Seite 68

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1919-01-01
Page
Seite 68 (sequence 17)
Language
German
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68 Besprechungen. sondern getrost hinangehen: was Er heißt, das soll recht sein. Darum, weil es hier bestätigt wird von Gott und getrieben, soll man keine andere Ursache hören, denn daß es recht getan sei*, auch Recht hat zu dem Gut mancherleiweise. Er hatte sieben Jahre gedient um die Tochter; er aber täuscht ihn und hält ihn? noch sieben Jahre auf, daß er nicht mehr kriegt denn beide Töchter, gibt ihm nichts, damit er sich nähre. War es nicht Sünde und Schande, daß er ihm die Metze so teuer gab und gibt ihm nichts dazu, wieden Töchtern gebührt, denn was sie verdienen als die Fremden und Mägde, wie sie im folgenden Kapitel klagen?־ Das war nun zweierlei groß Unrecht, daß ihm Jakob so lange umsonst dienen muß und er ihm beide Töchter anhängt und• nichts mitgibt. Wenn da Recht Recht wäre gewesen, hätte man ihn sollen zwingen, daß er die Töchter versorgte und gäbe ihnen zu, was sich gebührt. Jakob war fromm, wollte nicht hadern sondern litt es mit Geduld 14 Jahre lang. Das tue ihm nach, so wollen wir dich auch lassen nehmen und stehlen. »Dazu ist das auch eine Ursache, daß er ihm schuldig war für die Zeitlang, da er mit seinen Weibern und Kindern diente. So rechnet er’s ab. Wenn es gedingt wäre gewesen, hätte er ihm• jährlich eine bestimmte Zahl Schafe müssen geben. Das hätte die ganze Zeit über einen großen Haufen getragen und sich herrlich gemehrt. Was tut er aber? Wiewohl er solches Recht hat vor Gott, tut erJs dennoch nicht, sondern harrt, bis ihm Gott ׳ Ursache dazu gibt und gibt’s ihm selbst ein. Auch hatten die Töchter samt ihren Kindern gut recht, solches zu sich zu bringen, weil ein jegliches ihm 7 Jahre neben ihm gedient hatte, wie sie hernach sagen: »Er hat uns gehalten wie die Fremden, denn er hat uns verkauft und unsern Lohn verzehrt.« Sie waren ehelich, hatten Kinder und Gesinde, darum war es Zeit, auch auf ihr Haus zu gedenken, weil er ihnen doch nichts geben wollte. »Also zeigt Moses ar^ wie der fromme Jakob gar viel Unrecht hat müssen leiden und immer im Kreuz gelebt und doch still geschwiegen, sich des getröstet, das ihm Gott zugesagt hatte, er wolle ihn nicht lassen. Heißt das nicht gelassen, daß er so lange mit saurer Arbeit dienen muß und dazu Überlast und Unrecht leiden? O, wie könnten wir so übel leiden? Er aber hat daraus gelernt, wie ein wunderbarlicher Gott es wäre.

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