Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 14)
- Language
- German
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Besprechungen. 65 Masorethen war, geht zunächst daraus hervor, daß sie in der Verbindung אתי ידוה das Tetragramm mit den Vokalen von אלד,ים versahen (יה1ה.). Nun hatte aber ohne alle Frage der Gottesname wie jeder Name nur eine Aussprache. Die masorethische Vokalisation galt den beiden Kinnujim des Gottenamens »Adonaj« und »Elohim«. Wie will Verfasser die Punktation /פיהרה; ביהוד ליהוד anders erklären als damit, daß die Masorethen nicht das Tetragramm an sich, sondern das substituierte לאדני usw. vokalisiert haben, wie im synagogalen Vortrag gelesen wird und wie auch bereits Christus und die Apostel das Tetragramm aussprachen; denn im Neuen Testament ist das Tetragramm mit n'ÖQiog »der Herr« wiedergegeben (vgl. Mark. 12, 29 den Anfang des Schma: *Auove, 'IogarjA, woQiog 6 fieög fjjuebv nvQtog elg äönv). Wie findet sich ferner Verfasser mit der Schwierigkeit zurecht, daß, während die Synagoge die Aussprache des Tetragramms nach seinen 4 Buchstaben vermeidet, die Masorethen durch ihre Vokalisation der ganzen Welt die Möglichkeit an die Hand gegeben haben sollten, ihn auszusprechen? Die Masorethen wollten vielmehr einen Zaun um den Gottesnamen machen, damit er von niemand ausgesprochen und entweiht werden könne. Und so galten ihre Vokale nicht dem nomen inefiabile, welches ineffabile (das heißt unaussprechbar) ’bleiben sollte, sondern, wie wir schon sagten, den beiden substituierten Kinnujim »Adonaj« und »Elohim«. Verfasser sucht seine Meinung, die schwerlich von irgend einer jüdischen Autorität geteilt wird,, mit der oben erwähnten Talmudstelle jSanh. 28 b 5 zu stützen, die aber nicht Dalman, wie er dort meint, sondern er selbst mißverstanden hat. Was dort Jakob bar Acha sagt, deckt sich genau mit dem Gebrauch der Synagoge, welche in ihren Thorarollen den Gottesnamen mit Jod He schreibt (ידוה), aber mit AlefDaieth liest (אדני). — Nun meint Verfasser, die Form »Jehowa« sei eine von Gott selbst beabsichtigte »grammatikalische Mißbildung« oder »Verschleierung«, »um einer Konkretisierung des Gottesnamens vorzubeugen« (S. 18). Wie stimmt solche Hypothese mit der Tatsche, daß Gott, der Urquell alles £>eins und der Inbegriff des Konkreten, sich selbst (und zwar etwas konkreter, als Herr Kittel meint) dem Volke Israel geoffenbart hat und von ihm erkannt sein wollte und noch immer Monatsschrift, 63. Jahrgang. 5