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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 1 · p. Seite 63

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1919-01-01
Page
Seite 63 (sequence 12)
Language
German
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Besprechungen. 63 lesen wenigstens kein Wort bei ihm von ihrer Unmöglichkeit , bloß deswegen anzweifelt, weil wir »einen Beweis dafür, daß dieser Deutung die ursprüngliche Bedeutung des Wortes entsprochen habe, nicht besitzen«, mit anderen Worten: weil wir nicht wissen, ob die Erzählung, von der jene Autointerpretation ein wesentliches Stück ist, auf Wahrheit beruht. Besitzt denn Professor Kittel für andere biblische Erzählungen, die׳ er. als Beweismaterial für Minder- Wertigkeit der alten israelitischen Religion unbedenklich gelten läßt, einen »Beweis«? Warum will er gerade für 2. Mos. 3 einen solchen? An ihm ist es vielmehr, zu beweisen, daß die biblische Deutung des Gottesnamens bloß volkstümliche Legende sei und keinen geschichtlichen Wert habe Tatsächlich scheint er derartigen »Beweis« führen zu wollen mit dem Hinweis, daß der Verfasser des Verses 2. Mos. 3, 14 und damit der ganzen Erzählung (nicht zu vergessen, daß das bloß eine Hypothese ist!)^ dem achten Jahrhundert angehöre, also diese Geschichte erst lange, nach den erzählten Ereignissen geschrieben habe. Gelten denn aber die von Herodot beschriebenen uralten ägyptischen Geschichten um deswillen für unzuverlässig, weil er sie erst so spät nach den Ereignissen aufgezeichnet hat? Haben wir nicht das Vertrauen zu ihm, daß er sie mit Fleiß und Sorgfalt erkundet und nichts Eigenes dazu phantasiert hat? Wer etwa Herodots Geschichten nicht glauben will, muß stichhaltige Beweise dafür haben; und wenn ein im 8. Jahrhundert lebender Verfasser alter mosaischer Geschichten, die er natürlich auf Grund, alter, teils schriftlicher, teils mündlicher Tradition geschrieben hat, für unzuverlässig erklärt wird, so muß man das »beweisen«, warum man ihn für unzuverlässig hält. Warum unterläßt Professor Kittel solchen »Beweis« und gesteht nicht offen, daß ihm solcher »Beweis« nicht möglich sei? ־־־־ Sehr gut ist nun, wie Verfasser einen Widerspruch zwischen Kittel, dem theologischen Schriftsteller, und Kittel, dem Obergutachter, aufgedeckt hat (S. 236 f.). Im Obergut.achten S. 2g, stellt nämlich Kittel es als das Wahrscheinlichste hin, daß »Jhvh« den »Wettergott« bedeute. In der Protest. Realencyklopädie aber Vm, 541, am Schlüsse seines Artikels »Jahwe«, sagt er: »Fassen wir alles zusammen, so können wir mit Bestimmtheit nur so viel behaupten, daß an Moses Person und an den Sinai sich eine

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