Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829892-2829894-2847928--43453-2847995- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Besprechungen. 61 daß auch er in seinem Jeruschalmitext נכתב las; ebenso aus Schwabs Übersetzung »on ecrit«, von der unser Verfasser irrtümlieh behauptet, daß er nicht so, sondern ככתוב vor sich gehabt habe. Wir müssen den Verfasser bitten, uns zu sagen, welcher Jeruscbalmi-Druck die Lesart ככתוב hat, und behaupten bis dahin, daß überhaupt keiner diese Lesart bietet, so daß seine auf dieser angeblichen Lesart fußenden Ausführungen von vornherein gegenstandslos sind. Inwiefern aber R. Jakob bar Ächa mit seinem Satz »Geschrieben wird er (der Gottesname) mit Jod He, gelesen aber mit-Alef Däleth« nichts Neues gesagt haben soll, wie Verfasser meint, ist unverständlich. Gegen die kiaren Worte des Talmud, der von den Konsonanten Alef Daleth redet, unterlegt ihm Verfasser die Meinung, er rede von den Vokalen des Wortes אד מ■. Wir bezweifeln, ob er eine einzige jüdische Autorität für seine (wie gesagt, von einer falschen Lesart ausgehende) Ansicht wird geltend machen können. Leider haben wir auch verschiedene das Ansehen seiner Schrift schädigende Verballhornisierungen von Namen und fremdsprachigen wissenschaftlichen.Ausdrücken gefunden. Der bekannte Pentateuch- Kommentator ספורגו heißt nicht »Seppornu« (S. 81; iio; 125); sondern »Storno« (Seppornu dürfte die Aussprache russischer Juden sein). — Der berühmte Salomo aus Norcia oder Salomon Norzi heißt abgekürzt nicht »Nurzi« (so Verfasser S. 87), sondern »Norzi«. — Und nicht ein »libera arbitrium« (S. 72) gibt es; sondern ein »liberum arbitrium«; auch kein »argumentum contrarium« (S.;125; 133), sondern ein »argumentum a (oder ex) contrario«. Und wenn das 4. Buch Mose in der Gelehrtensprache das Buch »Numeri«, heißt., so macht es einen fatalen Eindruck, wenn Verfasser S. 83 von einem »Numerus-Vers« redet statt von einem »Numeri-Vers«. — Störend ist auch die Schreibung »Midrasch Raba« (S. 50; 70) statt »Midrasch Rabba«, wie Verfasser zur Abwechslung einmal (S. 1x9) richtig hat. Und ein schlimmer Irrtum ist der Satz S. 120: »Noch im Mittelalter galt der Fremde in Germanien als Elender«; Verfasser, weiß also nicht, daß im Mittelhochdeutschen das »eilende« =: die Fremde, und der ».eilende« — der in der Fremde Lebende ist. . ־ Mehr Geschick zeigt Verfasser bei dem Nachweis des hypo* thesenhaften Charakters der modernen alttest. Schriftforschungü