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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 1 · p. Seite 60

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1919-01-01
Page
Seite 60 (sequence 9)
Language
German
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>60 Besprechungen.' einmal;feststellen, daß er damit seinem Gegner eine Handhabe bietet, ihm eben jenen Fehler vorzuhalten, welchen Verfasser ihm vorhält. Aber die Schrift zeigt noch andere Blößen. Dahin gehören : falsche Übersetzungen sowohl von Bibelversen als auch von Talmudstellen. Nur einige Beispiele. 1, Sam. 15,22 übersetzt Verfasser (S. 69): »Will denn Jv. Ganzopfer oder Brandopfer ״ als auf die StimmeJv^s. zu hören?« Statt dieser noch dazu undeutschen und unverständlichen Übersetzung muß es heißen: »Hat denn Jv. Lust 0*Ö3) an Ganzopfefn-und:;fa?h Schlachtopfern (זבחים) wie am Hören (כשמע) auf die Stimme Jv’s.?« — 2. Sam. 24, 1 übersetzt Verfasser (S. 71): »Und der Zorn des HErrn nahm an Grimm zu wider ‘Israel; und״ David unter ihnen verführte es, wie folgt«. Da im; Vorangehenden von keinem Brenneh'des göttlichen Zornes gesagt ist, kann das ויוסף nicht von einer Steigerung eines angefangenen Brennens verstanden werden, sondern nur von einem erneuten, *abermaligen Entbrennen mit Bezug auf ein früher erzähltes Brennen, weshalb die Übersetzer (auch'Zunz) die Worte so wiedergeben: »und es branrite aber mal der Zorn«. Doch dies wäre der kleinere Irrtum. Schlimmer sreht’s mit der zweiten Hälfte des Verses, wo. Verfasser trotz der bekannten Konstruktion הסית ב »gegen jem. reizen« (z. B. Job 2, 3) das בהם nichtssagend und sprachwidrig zum Attribut von »David« macht (»David unter ihnen«) und, was der schwerste Fehler ist, zum Subjekt von ויסת nicht »Jhvh« macht, sondern ein unbestimmtes, unpersönliches ' »es«, mit der wunderlichen Begründung, daß der Verfasser des Verses־ der-doch soeben, drei Worte vorher, den Gottesnamen genannt hatte,, .bei ויסת ihn noch einmal hätte nennen müssen. Solche philologische Streiche können den Gegner nur belustigen, aber nicht treffen. — Ps. 15, 3 übersetzt Verfasser (S. 135): »und welcher eine Schmach (== sündhaftes Vergehen) selbst an dem ihm Nahesteffehdeh nicht: ungeahndet läßt«/; Wo hat חרפה den Sinn von »sündhaftes Vergehen« und wo bedeutet נשא על »an jem. ungeahndet lassen«? — Eine falsch übersetzte Talmudstelle be- * gegnet uns S. 20, wo Verfasser freilich gleich in den Text (jSanh. 28|b 5) mit Gewalt’ eine falsche Lesart bringen will. Die ed. princ. und nach ihr Krqtoschin liest נכתב, ebenso die Ausgabe Livorno (1770} und Pietrköff (igioo); aus Levy I,;89 ersieht man.

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