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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 1 · p. Seite 59

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1919-01-01
Page
Seite 59 (sequence 8)
Language
German
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Besprechungen. 59 des Volkes zum Götzendienst und zur Übertretung der Thora zu klagen hatten, m. a. W., daß das Volk Israel der »Reife der Gotteserkenntnis« allzusehr ermangelte? Weiter: glaubt Verfasser wirklich, daß es mit der »Reife der Gotteserkenntnis« getan ist? »Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HErr von dir fordert, nämlich: Gottes Wöft־ hälten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gbtt:^^'Micha 6, 8. Endlich fragen wir: wie meint Verfasser dies, däß״ :er von einer Reife der Gotteserkenntnis spricht, die Israel »erlangt« hat? Wie stellt er sich dieses »Erlangen« vor? Professor Kittel zollt (S. 30 des Obergutachtens) dem »überragenden religiösen Genius Mose< das Lob, daß in ihm die »Vorstellung von Jhvh in hohem Maße vergeistigt und zur Einheit erhoben worden sei«; und von den Propheten sagt Kittel (S. 36), daß sie die Göttesidee Moses fortftihrten, und daß in diesen Propheten;»Israel der Menschheit ein Erbe über-, mitteIt hat, das zum Höchsten und Besten gehört, was je eine Nation der Welt geschenkt hat«. »Das Judentum«, fährt Kittel fort, »hat bis zum heutigen Tage allen Grund, auf diese Errungenschaft seiner erleuchteten Geister stolz zu sein«. Nach Kittel scheint also dier Gotteserkenntnis der Propheten auf ihr persönliches Genie zu rück Zufuhren zu sein, so wie etwa bei den Griechen ein Plato durch eigenes Philosophieren sich über die giiechische Vorksreligion zu einer dem Monotheismus nicht mehr fernen Gottesanschauung emporschwang. Kittel beglückwünscht die Juden, daß ihre Nation solche großen Geister hervorgebracht hat. Tatsächlich muß aber die Synagoge, soweit.sie die Schrift zu Recht bestehen läßt, diese Ehre zurückweisen mit dem Bekenntnis: . Nicht aus sich, nicht ans eigenem erleuchteten ־Geist haben Mose und die Propheten geredet, -sondern lediglich im Aufträge Gottes die Worte, weiter gegeben, . die. er ihnen in den Mund legte. Wenn nun auch unser Verfasser von einer Reife •der Götteserkenntnis redet, die »Israel vor allen andern Völkern erlangt hat«, so scheint er ganz ähnlich wie Kittel eine Selbstemporarbeitung Israels zur reinen (Jotjteserkenntnis anzunehmen. Und das . müßten wir, als im ' WidefÄpmßhT mit. der -•Bibel stehend, nachdrücklich zurückweisen. ׳ '• Indem wir es mit dieser Ausleser:von<;sch.riftwiärigen.;&uf- Fassungen des Verfassers ׳bewenden lassen^ möchten wir nur: noch

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