Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 4)
- Language
- German
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Besprechungen. 55 abschwächende Ideen unseres Verfassers. Geht er dann endlich über zu dieser allein maßgebenden Hauptsache, nämlich zum Befehl Gottes, den Israel auszurichten hatte, so erscheinen auch hier des Verfassers Ausführungen mit fremden Gedanken vermischt. Er möchte die *Härte« des göttlichen Befehls mildern und redet (S. 112) von einer *angedrohten, niemals geschehenen« Ausrottung der Kanaaniter. Wie? bloß *angedroht«? Befohlen hat Gott die Ausrottung. Daß sie ^»niemals gänzlich geschah«, ist kein Beweis für eine eingetretene Milderung der »Härte« Gottes, sondern lediglich einer der vielen Beweise von Israels Ungehorsam. Die üblen Folgen dieses Ungehorsams ziehen sich durch die ganze Geschichte Israels. Davon schweigt unser Verfasser. ־— Unrichtig und entstellend ist auch folgender Satz (S. 113): »So läßt Moses 600 000 Männer seines eigenen Volkes in der Wüste zu Grunde gehen, um ein geläutertes, vom Götzendienst gesäubertes Israel dem gelobten Lande zuzuführen . . . Die Insel des reinen Gottesglaubens im brandenden Meere des unzüchtigsten Heidentums konnte nur durch rücksichtslose, grausame Härte vom [lies: vor dem] Versinken in den allgemeinen Strudel bewahrt werden«. Wo enthält aber das von dieser Geschichte handelnde Kapitel (4. Mos. 14) auch nur eine Andeutung davon, daß Israel damals Götzendienst getrieben habe? Nicht um Götzendienstes willen, sondern wegen seiner direkten Empörung gegen Gott wurde das Gericht über das Volk verhängt, und zwar nicht von Moses, wie Verfasser behauptet, sondern von Gott. Israel hat damals Gott und Gottes Tat, die Ausführung aus Ägypten, verworfen. »Laßt uns ein Oberhaupt setzen«, sprachen sie zu einander, »und nach Ägypten zurückkehren«! Dadurch sollte Gottes Tat vernichtet werden. Die dringende Mahnung Josuas und Kalebs, von Jhvh nicht abzufallen, wurde von der aufgeregten Masse mit dem Rufe beantwortet, man solle sie steinigen. Auf solche Empörung gegen Gott konnte nichts anderes folgen als die Vernichtung, die Vertilgung des ganzen Volks. »Ich will es«, sprach .Gott zu Moses, »mit der Pest schlagen und es äustilgen und will dich machen zu einem Volke, großer und mächtiger als es«. Auf Moses 40 tägige (5. Mos. 9, 25; Fürbitte um Abrahams willen trat nun Vergebung ein. Jhvh sprach zu Moses: »Ich vergebe nach deinem Worte; aber so wahr ich lebe,- es soll alle Welt der Herrlichkeit