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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 1 · p. Seite 53

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1919-01-01
Page
Seite 53 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen. 53 :philosophischen und juristischen Redewendungen sind wenig erfreulich, weil sie das Verständnis erschweren. Nun zur Sache selbst. Erstes und höchstes Erfordernis bei einer Apologie der heiligen Schrift wäre dies, es mit den Worten und Berichten dieser Schrift aufs genaueste 2u nehmen. Vf. hat dies nicht immer getan. Wir schlagen z. B. das Kapitel »Jephta« aufa S. 42 ff. Vf. schreibt: »Jephta wählt vielleicht nicht unabsichtlich .den heidnischen Gottesnamen »Kemosch«, der das Prinzip des »Welkens« personifiziert (von כמש hinwelken), im Gegensatz ,zu »Jhvlr«־ d.-i. dem Ewiglebenden, Seienden , und Erhaltenden«. Aber diese Etymologie des Namens »Kemosch« ist durchaus fraglich, da sich die Bedeutung »welken« für die Wurzel כמש bloß aus dem talmudischen Hebräisch belegen läßt, während diese Wurzel im alttestainentlichen Hebräisch überhaupt nicht vorkommt; zudem darf nicht übersehen werden, daß das arabische »kämasa« etwas ganz anderes bedeutet (siehe Fleischer bei Levy II, 452). Übrigens hatte Jephta, wenn er den Ammoniterkönig auf dessen Gott Kemosch hinwies, diesen Gottesnamen nicht erst zu »wählen«, so wenig er bei der Berufung auf Jhvb diesen Namen des Gottes Israels zu »wählen« für gut fand. Der eine Gott hieß eben Jhvh, der andere Kemosch; ׳gl. auch die Mescha-Inschrift Z, 5: כי יענף כמש בארצה »denn Kemosch zürnte auf sein Land.« Auch hat uns der Satz des* Verfassers mißfallen: »Keine Idealgestalt Israels will Jephta sein«. .Wir denken: ein גבור חיל »ein tapferer Held«, der trotzdem mit solchem Ernst unnötiges Blutvergießen verhindern will, der mit solcher Beredsamkeit und Entschlossenheit Israels gutes Recht gegen Ammons König vertritt, der seinen Gott Jhvh in lebendigem Glauben zum Richter aufruft, der »heute richten soll zwischen denל Israeliten ün^Ammonitern« , der^^ schließlich .in ,der Kraft des Geistes dieses seines Gottes (ותהי על יפתח רוח ה׳) . die. Feinde schlug — ein solcher Mann, denken wir, ist allerdings in gewissen[}ginne-eine Idealgestalt;. In der Tat wird ״Jephta im Neuen Testament (Hefcräerbrief 11, 32) unter den Glaubensh&iden , ,der Vorzeit aufgeführt, folglich als ein Mann angesehen, der einen - echten, unverfälschten Gottesbegriff hatte, nicht aber, wie Kittel < im Obergutachten urteilt, einen der niederen Volksreligion an-; gehörigen Göitesbegriff. Dies gerade dem christlichen Theologie^ : Professor entgegenzuhalten wäre nützlicher gewesen, als das (vom

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