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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 1 · p. Seite 43

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 1
Article
Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
Date
1919-01-01
Page
Seite 43 (sequence 10)
Language
German
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Ans H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren. 43 der Deutsche«, den er ja erst jetzt in seiner eigentlichen Heimat kennen lernte, »einem zarten Gewächse, das, wenn es nicht gezerrt, verkrüppelt und verunstaltet wird, sich gehörig entwickelt. Der Deutsche darf nicht französirt oder englisirt werden«. Er selbst wurde unterwegs immer schwermütiger im Hinblick auf die Beschwerden der Reise und besonders auf die Schwierigkeit, die verschiedenen Landesgrenzen zu überschreiten. «Aber auch bei diesen peinlichen Betrachtungen war der Gedanke, es gehe alles nach Gottes Leitung, so recht beruhigend und beseligend für mich« (II, 44). Am Dienstag (27. Nissan =) 4. Mai ging er dann auch früh um fünf Uhr gerade auf Halberstadt zu. »Um 727 kam ich an, fragte zuerst nach der Schule, und es freute mich, hier so ungestört beten zu können«. Von den Bekanntschaften, die er bald machte, interessierte ihn am meisten der zweite Klausmann, d. h. Stiftsrabbiner der berühmten Behrend Lehmannschen Stiftung1), ein gewisser Gerson Josephat2), ein Freund des Oldenburger Rabbiners. Das war genug für mich. J. las die Briefe [Hirschs], freute sich darüber und forderte mich auf, einen Brief an ihn mitzunehmen.' Ein sehr angenehmer Auftrag. Ich mußte dann zum J. gehen .... [Er] nahm mich nun gar vollends über alle Maaßen [freundlich] auf, zeigte mir eine Abhandlung über ראש השנה, sehr tief, schön und auf reinen Ideen basirt. Zuletzt mußte ich noch bei ihm speisen und 2 Glas Wein trinken. Aber es war 1 Uhr und ich mußte fort. Freudig hüpfte ich von dannen mit hoffnungsvollen Aussichten; denn J. sagte mir den Namen des Schwiegervaters von Ben Usiel, und besonders darüber, weil J. mir den Charakter BU.’s, meines Ideals, recht entsprechend malte. Der J. hat mit BU. in Mannheim3) zusammen gelernt und logirt, ו) Vgl. Auerbach, Geschichte der israel. Gemeinde Halberstadt, S. 61 f. David Kaufmann, Ges. Schriften, III, S. 112. 2} Vgl. Auerbach a. a. O. S. 144. 3) Bei R. Jacob Ettlinger (geb. 17. März 1798 in Karlsruhe i. B.)y der 1826—1836 »Klausprimator« in Mannheim war und am 7. Dezember

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