Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 11)
- Language
- German
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44 Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren. wobei BU. schon in der Jugend die Fülle von Ideen, Gelehrsam־ fceit, Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit zeigte (II, 46 f). ׳ Gleich ging die Reise weiter״ Noch am selben Tage kam er glücklich ohne irgendwelche Paßschwierigkeiten über die Braunschweigische Grenze, traf Mittwoch früh eine Fahrgelegenheit und eilte an Woifenbüttel vorbei nach Braunschweig, um hier wenigstens im Fluge noch BU.’s Schwiegervater M. Jüdel kennen zu lernen. Auch den Landesrabbiner, R. S. L. Eger1) besuchte er, fühlte sich aber durch dessen Stellungnahme zu seinem angebeteten Ideal etwas stark enttäuscht. »Da ging ich zum R.«, schrieb er ins Tagebuch (II, 49), »einem blinden alten Manne. Ich stattete ihm die Grüße [seiner Verwandten in Halberstadt] ab, und als ich ihm später das .Ziel und Motiv meiner Reise vorstellte, ward er merkwürdig unwillig, immerzu fragend: Was steht denn darin? Dieses und das. Ein naseweiser Knabe. Hohnlächelnd sagte er, die Schrift Wird auch tüchtig rezensirt werden. [Das] verdroß mich sehr, und ich hätte gleich meine Haltung verloren«. Bei Herrn jüdel und seinen Kindern wurde er sehr freundlich aufgenommen, aber die stille Hoffnung, einen Zuschuß zu seinem zusammenschmelzenden Reisegel de zu erhalten, ging nicht in Erfüllung, was ihn sehr verstimmte. »Ich zog aus Braunschweig bis eine kleine Meile [hinter die Stadt], da übernachtete ich« (11,49). Am nächsten Tage, am Jeudi, fand er in der Frühe einen Kutscher, der ihn für 20 Sgr. bis Hannover mitnahm. Die Reise dorthin ging über Peine. Auch in Hannover war seines Bleibens nicht, weil er nach der einmaligen bösen Erfahrung an der böhmischen Grenze noch immer den längeren Aufenthalt in großen Städten wegen der etwa drohenden Schwierigkeiten vermied. Erst in Herrenhausen machte er Nachtquartier. Am Freitag marschierte er dann in strömendem Regen bis Neustadt am Rübenberge und verlebte hier den Sabbat. Am Nachmittag 1871 als Oberrabbiner in Altona gestorben ist Vgl. Dukasz, Ed., או״דז למושג, s. u4ff. xxxi. " V־.. ‘) Vgl. oben S. 35. -