Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 9)
- Language
- German
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42 Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren. gerichtet war. Plötzlich sah man ihn von ferne לפניו הלך עשן/• und die Schnelligkeit war so groß, daß man die Augen schließen mußte, als er vorbeifuhr. Auf dem hintersten Wagen saßen die Houboisten und bliesen, eine Flagge war aufgesteckt, und das Ganze nahm sich majestätisch aus«. . Schon am nächsten Tage (Mardi, 20. Nissan =) 25. April kehrte er nach Halle zurück und verlebte dort bei den Verwandten den Rest der Feiertage. Vor der Abreise kaufte er sich in Leipzig noch eine griechische Grammatik und ein griechisches Übungsbuch und zur Abhilfe gegen seine große Kurzsichtigkeit eine Brille. Den Rückweg machte er zu Fuß. »Ich marschirte allein«, schrieb er ins Tagebuch, :»hinter mir lag das reiche bunte Leipzig, vor mir herrliche Auen. Überall sieh et man rothglänzende Dörfer mit Thürmen, eine ergötzende Aussicht. Wie ein Studiosus wanderte ich, die Brille auf der Nase. Um 4 Uhr Nachmittags langte ich in Halle an. Als ich Abends in die Schule ging, verlor ich ein Glas meiner Brille. Das ärgerte mich recht. Denn die gab mir ein recht imposantes Aussehen. Nachdem am Mercredi der Vormittag beim Beten verging, brachte ich den Nachmittag mit Griechisch zu und lernte flüchtig konjugieren. Wenn ich einen griechischen Satz verstehe, habe ich meine besondre ,Freude. Gott gebe mir Gelingen in dieser Sprache« (II, S. 38 ff). Am Sonntag nach dem Feste, am 2. Mai, setzte unser Wandersmann seine Reise fort. Im Regen rückte ich ab, kam über Kön ern nach Ahlsleben und ging von da noch zwei Stunden im strömenden Regen. Ais ich schon beinahe in die Irre gelaufen war, erschien ein Junge, wie dem יוסף ein Mann, der mir den rechten Weg zeigte. So blieb ich in einem Dorfe über Nacht« (II, 42 f). Schon um fünf Uhr früh setzte er die Wanderschaft fort, kam um 8 Uhr nach Aschersleben und war Abends bereits nur noch ein Stündchen von Halberstadt entfernt. Auf dem größten Teil des Weges war ein einfacher Leineweberge. eile sein Begleiter, ein Mann, beschränkten Gesichtskreises und dabei von einer Treue, Biederkeit und Gastfreundschaft, die jedem zu wünschen wäre. »Überhaupt«, urteilt er bei diesem Anlaß, »gleicht