Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 5)
- Language
- German
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38 Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren. treten können. Diese Erscheinungen waren also nothwendig und gewiß von der Vorsehung so bestimmt« (I, S. 20 f). »Lundi, (12 Nissan =) 19. April gings vom bunten Berlin ab. Potsdam machte keinen Eindruck auf mich, weil ich schon an den Anblick großer Städte gewöhnt bin. Nur die wild und ungleichmäßig laufende Havel mit dem bebauten rechten Ufer und den vielen Schiffen machte mir etwas Erhebendes und Majestätisches. Über Bölitz, Treuenbriezen und Kropstädt gings über Nacht nach W ittenberg., Ein. schöner Ort, wo Luther auf dem Marktplatz müßig steht, wie er im Leben müßig war, als viel zimthun war1)« (S. 21 f.). Mardi, (13. Nissan •=) 20. April »gings von da über Gräfenhainichen, dem Geburtsort Eberhards, dem noch ein Denkmal geisetzt werden soll,י [wozu in] aller Weit gebettelt wird2), [undj Bitterfeld nach Halle« (ü, 22). Hier wohnte jetzt der Oheim, der ihn früher in Wollstein5) unterstützt hatte. Bei ihm fand er eine freundliche ׳Aufnahme. Sogleich nach seiner Ankunft [am Mittwoch, 27. April] schrieb■ ■er■ in-sein Tagebuch (II, S. 24): »Heute ist ערב פסח, ich bin ganz verwirrt. Den תענית בכורים habe ich, ohne gelernt zu. haben, eingestellt; ich kann mir aber selber keine Rechnung geben, warum? eben so wenig wie, warum ich fasten soll4). Nun will ich aber noch einen Brief an“ den unvergleichlichen Mann [richten] mit dem inbrünstigen innerlichen Gebete, er möge eben so wie die beiden ersten fruchten: »Mit vor Freude pochendem Herzen berichte ich Ew. Hoctiwürden gütigen Erlaubnis zufolge, daß ich deswegen פסח in datirter Stadt bei ו) Ein wunderlich unfertiges Urteil. Man vgl. damit die vortreffliche Charakteristik in der Geschichte IX3, S. 179 ff. 2) Gemeint ist offenbar Paul G erhard, der in der Tat noch heute kein Denkmal in seiner Vaterstadt besitzt, 3) Vgl. Jahrg. 1918, S. 248. 4) Der polnische Ritus nimmt es mit diesem Fasttag nicht allzu streng und gestattet allen Teilnehmern an einer Mahlzeit, die mit einer religiösen Pflichterfüllung Zusammenhänge vom Fasten Abstand zu nehmen. Vgl. auch □היי אד, cap. 128, § 12.