Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Überlieferungsgeschichte des jüdisch-deutschen Samuel- und Königsbuches
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829892-2829894-2847924--43419-2847964- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
30 Zur ÜberHeferungsgeschichte des jüdisch-deutschen auch in grammatischen Formen, und gelegentlich auch in der Textgestalt selbst. Andrerseits weist sie dieselben markanten Fehler auf wie A. Man kann diese auffällige Tatsache auf zweierlei Weise erklären: Ist W, wie wir die Handschrift bezeichnen wollen, eine Kopie der gedruckten Ausgabe, dann hätte der Schreiber sich sprachlich bei seiner Arbeit die Freiheit genommen, dem geglätteten Text von A oft seine alte Ursprüngliche Form wiederzugeben. Wäre aber, was Peries vermutungsweise ausgesprochen hat, W die Vorlage von A oder wenigstens eine Abschrift dieser voräuszusetzenden Vorlage, dann würde der Herausgeber den ihm handschriftlich vorliegenden alten und fehlerhaften Text nur sprachlieh modernisiert haben. Im Hinblick auf die Tatsache, daß W dieselben offensichtlichen Textfehler wie A hat, möchte man sich für das Letztere entscheiden, denn es ist nicht anzunehmen, daß ein Schreiber, der sonst seiner Vorlage sehr frei gegenübersteht, diese unbesehen übernommen hätte. 3. Wer ist nun der Bearbeiter und Herausgeber von A? Dieses literarische Problem ist trotz alles -aufgewendeten Scharfsinns noch immer nicht restlos gelöst. Nach der o. S. 21 abgedruckten Schlußbemerkung im Jenaer Exemplar von Reg. scheint es P. Aemilius gewesen zu sein. Aber nachweislich ist חיים שחור בן דוד (Schwarz) mit Sohn und Schwiegersohn von 1533-^1543 in Augsburg als Drucker tätig gewesen, und schon Steinschneider hat richtig vermutet, daß Schwarz der Drucker von Reg. war, vgl. Catalog nr. 12431). Nun hat Perl es nachgewiesen, daß P. Aemilius tatsächlich mit Schwarz beruflich in Berührung gekommen ist, mithin liegt die Vermutung nahe, daß beide für kurze Zeit i. J. 1543 zusammen gearbeitet haben. Dazu paßt, daß sich P. Aemilius in Briefen an den fürstlichen Rat Albr. Widmanstedt aus dieser Zeit als »Drucker bei St. Urstsil zu Augsburg« unterschreibt. 1544 hat er in Augsburg eine Über- Setzung des Pentateuch mit Haftaren und Megilloth gedruckt, *) Allerdings war er später anderer Meinung, vgl. Zeit. L Gesch. d. Juden in Deutschland I (1887) 287.