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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 1 · p. Seite 24

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 1
Article
Zur Überlieferungsgeschichte des jüdisch-deutschen Samuel- und Königsbuches
Date
1919-01-01
Page
Seite 24 (sequence 5)
Language
German
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24 Zur Überlieferungsgeschichte des jüdisch-deutschen manche Strophen sind nichts als Flickwerk, öfter mit unpassenden Zusätzen des Schreibers; die Reimtechnik wird mehrfach auf das gröblichste mißachtet1). Trotzdem ist H eine wertvolle Rezension, weil sie sprachlich imGanzen die ältere Form darstellt gegenüber dem Text von A, der oft den Eindruck der Glättung und sprachlichen Modernisierung macht. Über den Umfang und die Gliederung von H läßt sich nichts Sicheres sagen. Jetzt besteht die Handschrift aus 1435 Strophen. Da sie mit A 245 einsetzt, scheint sie kürzer gewesen zu sein als A. Trotzdem wäre es möglich, daß H auf die Vorlage von A zurückgeht. Auch die vielen sprachlichen und stilistischen Abweichungen zwischen A und H, die wohl zum großen Teil auf die geringe Sorgfait des Schreibers zurückzuführen sind, würden nicht unbedingt gegen diese Annahme sprechen. Aber bei genaueren Untersuchungen ergibt sich, daß die Differenzen doch zu groß sind. Sie sind nicht bloß formaler, sondern auch inhaltlicher Art. Die Darstellung in H ist vielfach wesentlich anders als in A. Das nötigt zu der Annahme, daß H resp. seine Vorlage eine selbständige Rezension der Dichtung gegenüber der Vorlage von A ist. Dafür spricht besonders der ganz verschiedene Schluß in H und A. In H folgen auf A 1717 fünf Strophen, die direkt auf den Anfang des Königsbüches, die Erzählung von Dawids Krankheit im Alter, übergreifen, während A Dawid und Salomo nur äbrimdend erwähnt und in Strophe 1720 den Leser für alles weitere auf die Lektüre des Königsbuches verweist Da nun, Wie wir gesehen haben, dieser Schluß von A schon dem Text seiner Vorlage, also dem noch selbständig umlaufenden Samuel- 1):Es mag ein Beispiel für viele genügen. Strophe 2 in H lautet: er stund auf mit gewalt un’ beiß der knaben lank / sein vil starke ' zen er ser zu enander zwänk / er beiß un’ reiß den knaben un’ broeht in in große pein / Dawid do gewan, der lew was un gesunt / er stelt sich auf den lewen un’ schlug in ganz zu tot / tüfel aso stark du host mich gebrocht in großer not /. Das sind zusammengeflickte Teile der Strophen A 246 (Schluß) und 248 (Anfang und Mitte). Der Rest von A 248 findet sich in H 3 wieder, deren 2. Hälfte mit A 249 übereinstimmt.

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