Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 1 · p. Seite 23

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 1
Article
Zur Überlieferungsgeschichte des jüdisch-deutschen Samuel- und Königsbuches
Date
1919-01-01
Page
Seite 23 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829892-2829894-2847924--43412-2847957
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Samuel- und Königsbuches. 23 Anfang von 246 ist in H der zweite Teil einer Strophe, die folgendermaßen lautet: ich bin sterker mer wen du denkt mich in meinem sin / wer do hot das gliik der fürt di braut do hin / 246 er unter lif den lewen un״ begreif in bei den hor(e)n / er warf in zu der erden, das tet den lewen zorn. Vorher gehen noch einige Reste. Seite 1 Zeile 1 ist der Schluß einer Strophe erhalten, die zu der Schilderung des Kampfes zwischen David und dem Löwen gehört. Vermutlich entsprach sie inhaltlich den Strophen A 243—244. Außerdem ist an das Vorsatzblatt rechts oben ein kleiner Fetzen angeklebt, auf dem die Reste von 2x4 Zeilen stehen. Bei den starken Abweichungen zwischen den beiden Rezensionen im Text und in der strophischen Gliederung ist es nicht möglich, diese Reste mit A zu vergleichen. Zwischen Seite 2 und 3 fehlen übrigens zwei Blätter, auf denen der Inhalt der Strophen A 256—273 gestanden haben wird. Nach dem Epigraph ist H von einem Schreiber namens Liwa für eine jüdische Dame Breideln (Bredeln)*) geschrieben worden, den Schriftzügen nach wohl im 16. Jhdt. Es heißt da: [dis] bu[ch] hon ich geschriben mit meiner hand / Liwa von Regenspug(!) bin ich genant / meiner guten gonerin Breideln ist si genant / zu ireid sol si es nuzen un leien das beger ich. Die lange vertretene Ansicht, in dieser Nachschrift nenne sich als Verfasserin der Paraphrase eine Frau Lite von Regensburg, darf jetzt als endgültig abgetan bezeichnet werden. Es steht deutlich Liwa im Text, und das ist ein öfter vorkommender männlicher Name. War der genannte Liwa ein Schreiber von Beruf, so hätte er mit der Abschrift H wahrlich kein Meisterstück vollbracht, denn die Handschrift ist sehr wenig sorgfältig geschrieben. Man hat oft den Eindruck, daß der Schreiber die poetische Form der Paraphrase nicht verstanden hat. Ganze Verse und Verstelle fehlen, anderes ist sinnlos zusammengeschrieben; *) Zweifellos ist »Freudien« gemeint, *wie nicht nur das Baphe- Striehlein ■über dem Beth (vgl. das von Karpeles mitgeteilte Klischee in der Festschrift %u jL Berliners 70. Geburtstag, S. 192), sondern auch ■die Sehluß'wencUtng: »xu freicl soll si es mixen« beweist. Über den: Nameri Si Zwvx^ Namen der Juden (Ges. 'Schriften II) 8. 48. 57. M. Br.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.