Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 63 (1919)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Überlieferungsgeschichte des jüdisch-deutschen Samuel- und Königsbuches
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 3)
- Language
- German
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22 Zur Uberlieferungsgeschichte des jüdisch-deutschen Strophen folgt der Inhalt von 1. Sam. 1. Die ausführliche Dar״ Stellung schließt mit der Wiedergabe der Sage 2. Sam. 24 (Str. 1678—1716). Dann folgen 3 Strophen, die kurz von Davids Tod, Salomos Nachfolge und Tempelbau handeln, und die übliche Schlußbenediktion nebst Dank gegen Gott und Anpreisung des Werkes. Sam; ist also eine völlig in sich abgeschlossene Dichtung. Vf. verweist die Leser, die mehr. von Salomo wissen wollen, in Str. 1720 ausdrücklich auf das Königsbuch. Aber auch dieses ist in der Ausgabe A eine durchaus selbständige Dichtung. Es beginnt wie Sam. mit einer hymnischen Introduktion (Str. 1—3), überschaut dann ganz kurz die Geschichte Israels vom Auszug aus Ägypten bis zu Sauls Königtum (Str. 4—7) und faßt nun den Hauptinhalt von 1. und 2. Sam., den Übergang des Königtums von Saul auf David, in ,5 Strophen zusammen. Erst mit Str. 13 beginnt die Paraphrase des Inhalts von 1. und 2. Reg. in 2248 Strophen. Den Abschluß bildet hier ein Ausblick auf die Geschichte des Judentums bis 7011. Chr. und der Ausdruck der Hoffnung auf das Kommen des Messias (Str. 2237—2261). Dann folgen noch einige hebräische gereimte Verse über Beendigung des Druckes (5. VII. 1543). Der Herausgeber von A hat offenbar keinen Wert darauf gelegt, die ganz selbständigen Nachdichtungen von Sam. und Reg. inhaltlich zu einem einheitlichen Werk zu verarbeiten, sondern sie in der ihrer überlieferten Form widersprechenden Ordnung Reg.-Sarri. in einem Bande nebeneinander gestellt. Dieser Umstand spricht aber nicht dafür, daß er von sich aus den Plan zu der dichterischen Behandlung der Traditionen jener biblischen Bücher gefaßt hätte, sondern er legt vielmehr die Vermutung nahe, daß der Vf. nach Vorlagen gearbeitet hat, die längst als fest in sich abgeschlossene Dichtungen bekannt waren. Dafür spricht nun auch die Existenz einer handschriftlich erhaltenen Version von Sam. in Cod. hebr. nr. 33 der Hamburger Sta.dtbjbliothek (H). Leider, ist sie nicht vollständig. Titel und Anfang fehlen. Die Handschrift beginnt jetzt mit A 246, doch ist die strophische’Gliederung schon hier ganz verschieden■' Der