Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einzelbemerkungen zur Lieferung 3 - 6 der Holzmannschen Mischna-Ausgabe [Rezension]
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 4)
- Language
- German
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Besprechungen. 73 Handschriften, Kommentare und die Tosefta * 1,מיב) weiche Form auch von der Bibel bestätigt wird. Albrecht aber bietet גזיב, obwohl er selbst bemerkt, daß dies eine jüngere Form sei. — S. 38. IV 10a im Text נתי, obwohl im textkritischen Anhang bemerkt wird: falle Zeugen ינתאי nur L. נתיי« Also weder sachliche Notwendigkeit, noch formelle Mehrberechtigung, noch auch einfach das Majoritätsprinzip war für die Auswahl der Lesarten entscheidend. Was nun denn? 2. Joma — Meinhold. S. 19—20. »Der Hohepriester hat sich zunächst auf das Sühnfest vorzubereiten. So muß er schon eine Woche vorher sein Haus verlassen und in die Halle der Ratsherrn übersiedeln. Hier wird er dann methodisch auf das Fest eingeschult, damit er nichts von den Zeremonien versäume noch falsch mache oder ihnen etwas hinzufüge. Tagtäglich hat er da das Blut des Abend- und Morgenopfers zu sprengen, das Rauchopfer darzubringen und die Lampen des heiligen Leuchters zurechtzumachen. Die Bibelabschnitte, die sich auf das Versöhnungsfest beziehen, werden ihm vorgelesen, daß er sie sich genau einpräge.« Dies ist sehr verschwommen. Der unkundige Leser kann daraus entnehmen, daß auch die Opferhandlungen in der Halle der Ratsherren eingeübt wurden. Meint dies Meinhold? S. 22. »Bemerkenswert ist zum Schluß noch, daß die Wortö »so sollt ihr von allen euren Sünden vor Jahwe gereinigt werden,« auf die Sünden vor Jahwe beschränkt werden (Kap, VIII). Die Sünden gegen den Nächsten kann man nur durch Begütigung des Nächsten sühnen — als ob auch diese nicht Sünden vor Jahwe wären.c Die Bemerkung verrät, daß ihr Autor von der religiösethischen Grundanschauung des Judentums keine Ahnung hat. Denn da für das Judentum Gott die Quelle aller Ethik und aller Sittlichkeit ist, so sind selbstverständlich alle unethischenHandlungen Sünden vor Gott. Braucht da erst hervorgehoben zu werden, daß eine Sünde vor Gott nicht aufhört eine solche zu sein, wenn ein Mensch von ihr betroffen wird? י) Auch sonst häufig. Vgl. z. B. Mischna Schebi. VI I und Demai I 3; Tosefta Demai I 4 u. 10, Ma. Scheni III 18, Ter. IE Ende, Schebi, IV 6, Challa II 6, Peß. I (II) 17 u. 29 und Ahiloth XVIII 14.