Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen. 67 lassen. Eine besondere Bedeutung haben in diesem Zeitalter die Familien der Hoffaktoren erlangt. Wachstein schildert ihren glänzenden Aufstieg, dem meist eia ebenso jäher Abstieg zu folgen pflegt, legt ihre Bedeutung für die allgemeine Staatswirtschaft, ihre Stellung am Hofe und in den christlichen Kreisen, wie ihre Anteilnahme am jüdischen Leben dar und weiß wie im ersten Band so auch hier wieder von der Personengeschichte aus treffende Ausblicke auf die allgemeine Kultur-, Geistes- und Wirtschaftsgeschichte zu geben. Außer den Inschriften gewähren die im Text und im Anhang wiedergegebenen Urkunden wiederholt Gelegenheit, auch die sittlichen und religiösen Anschauungen der Zeit zu beleuchten. Für die Gelehrtengeschichte bietet dieser Band gleichfalls wieder interessantes Material. In der gründlichen Einführung, die ihm Wachstein voranschickt, gibt er ein zusammenfassendes Bild der rechtlichen Stellung wie des gesamten äußeren und inneren Lebens der Juden jener Periode, wie es sich aus den Inschriften und Urkunden ergibt, und behandelt auch die Denkmäler selber und ihre Sprache in geschlossener Würdigung. Unter Hinweis auf die Besprechung des ersten Bandes darf hier nochmals gesagt werden: Die jüdische Wissenschaft kann stolz sein auf dieses Inschriftenwerk, das nach Inhalt und Ausstattung auch außerhalb derselben seinesgleichen suchen darf. Dem Verfasser wie der Wiener Kultusgemeinde gebührt der größte Dank für diese monumentale Leistung, mit der sie beide sich selber das unvergänglichste Ehrendenkmal gesetzt haben. Möchte ihr leuchtendes Vorbild in anderen Gemeinden ebenso würdige Nachfolge finden! Taglichts Werk bildet ebenfalls einen Teil der von der historischen Kommission der Wiener Kultusgemeinde herausgegebenen Quellen und Forschungen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Österreich. Das darin enthaltene Material ist von Wachstein zum Teil bereits durchgesehen und verwertet worden. Taglicht bietet in einer sorgsamen und gewissenhaften Zusammenstellung, die fünf Jahre Arbeit in Anspruch nahm, die Nachlaßakten der Wiener Juden im 17. und 18. Jahrhundert. Sie stammen zumeist aus dem Obersthofmarschallamt, dem die Juden unterstanden, und liegen zusammen mit anderen einschlägigen Akten im Archiv des Wiener Landgerichts für Zivilsachen. Es sind 5*