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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 1 · p. Seite 45

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 1
Article
Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas
Date
1918-01-01
Page
Seite 45 (sequence 9)
Language
German
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Zur Lebensgeschichte Uriei da Costas. 45 Rücksicht nicht verdient1). Die Bezeichnung Abadai im Texte des Bannspruches ist aber nicht ein Eigenname, den da Costa sich selbst beigelegt hat, und die Worte »hü home que se pös por nome Uriei Abadai« bedeuten nicht »ein Mann, der sich den Namen Uriel Abaday beigelegt hat«, sondern »ein Mann, der sich den Namen Uriel beilegte, der bekannte Lügenredner.« Durch die überraschende Mitteilung, daß da Costa bereits vor seiner Amsterdamer Exkommunikation sowohl in Hamburg als auch in Venedig als Ketzer mit dem Banne bestraft war, wird zunächst die Richtigkeit der Angabe des Pastor Müller bestätigt, daß da Costa in Hamburg eifrig verfolgt worden ist. Gemeint ist offenbar die vor dem Amsterdamer Banne bereits in Hamburg über ihn verhängte Exkommunikation. Damit ist auch die Vermutung widerlegt2), daß da Costa nach seiner in Amsterdam erfolgten Exkommunikation seinen Wohnsitz nach Hamburg verlegt habe. Aber die nun an den Tag gekommene Urkunde über da Costa erschließt uns auch das Verständnis anderer Schriftstücke, die, ohne seinen Namen zu nennen, gegen ihn oder gar von ihm geschrieben sind. III. Ich habe bereits anderswo3) den Beweis zu erbringen gesucht, daß der in der apdologetischen Schrift 4מ$<מר מגן וצנה) von Leon Modena erwähnte, aber nicht mit Namen genannte Ketzer, der im Jahr 1616 in Hamburg gewohnt und von dort ein Schriftchen, enthaltend Einwände gegen die Tradition, nach Venedig gesandt hat, kein anderer sein kann als Uriel da Costa. Ich will nunmehr den Indizienbeweis für die Richtigkeit meiner Vermutung bis zur a) Siehe Semuel da Silva, Tratado da immortalidade da alma, Vorrede abgedruckt bei Mendes dos Remedios S. 129: homem que nao nomeyo por honra do sangue donde procede, ynda que eile o nam merece. 2) Siehe Perles in Monatsschrift 1S77, 206. 3) Siehe ZfhB. XV, 80 ff. 4) Siehe A. Geiger, Leon da Modena, Breslau 1856, hebr. Teil.

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