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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 1 · p. Seite 44

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 1
Article
Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas
Date
1918-01-01
Page
Seite 44 (sequence 8)
Language
German
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44 Zur Lebensgeschichie Uriei da Costas. Benhamin Israel, Abraham Curiel, Joseph Abeniacar, Rafael Jesurun und Jacob Franco1). Daß Uriel Abadot kein anderer ist als Uriel da Costa, unterliegt keinem Zweifel. Aber woher der Name Abadot? Ich vermute, daß Abadot kein Eigenname, sondern aus Abadai oder Abaday verschrieben oder nur unrichtig gelesen ist und הבדאי »der Lügenredner« bedeutet, im Sinne von »Ketzer«: wie schGii der talmudische Midrasch2) dieses Wort auf Korach und seinen Anhang anwendet. Die übliche portugiesische Transkription von .הבדאי: ist Abadai oder Abaday3). Der Name da Costa wurde mit Absicht verschwiegen und zwar aus demselben Grunde, den Semuel da Silva in der Vorrede zu seiner Schrift gegen Uriel da Costa angibt, wo er sagt: Ich nenne den Mann nicht wegen der Ehre der Familie, von der er stammt, obschon er solche ג) Die Frage, welcher Gemeinde Uriel da Costa angehört bat, läßt sich nicht aus dem Wortlaute des Bannes entscheiden, der im Namen der drei Vorstände zugleich ausgesprochen worden ist. Der Gemeinde Bet Israel, die erst 161S sich gebildet hat, kann er nicht angehört haben, da er schon einige Jahre vor 1618 nach Amsterdam gekommen ist. Die Synagoge Bet Jahacob war schon 1608 für ihre Gemeinde viel zu eng, und darum konnte diese schon damals nur schwer noch neue Mitglieder aufnehmen. Höchstwahrscheinlich wurde da Costa Mitglied der 1608 gegründeten Gemeinde Neve Salom, deren Hazan Aharon de Mose Uri Alevi, wie der Rabbiner Ishak Aboab im Jahre 1674 bezeugt (s. Seeligmann in Mitteilungen zur Jüdischen Volkskünde 1906, S. 3 und Mendes dos Remedios, S. 188) immer der erste war bei allen Handlungen der Frömmigkeit, die in der Stadt Amsterdam vorkamen, besonders beim Beschneiden derer, die aus fremden Landen hierher kamen, um sich unter göttlichen Schutz zu begeben. Für da Costas Zugehörigkeit zur Gemeinde Neve Salom spricht auch der Umstand, daß Menassch Ben-Israel seit 1622 Rabbiner dieser Synagogengemeinde in besondereil Schriften die ketzerischen Meinungen der damaligen sog. Sadducäer, deren vornehmster und eifrigster Vorkämpfer Uriel da Costa gewesen, am heftigsten bekämpft hat. 3) Baba batra 74a: תורת משה אמת והן בדאין. 3) Vgl. z. B. Ros Asana für ראש השנה; Sabat Agadoi für שבת הגדול. Die Verdoppelung eines Buchstaben durch Dagesch bleibt bei der Transkription regelmäßig unberücksichtigt.

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