Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829887-2829889-2847822--43075-2847880- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas. 39 der besten Kenner der da Costa-Literatur1) meint zwar, daß die Frage, wie weit unser Text mit der ursprünglichen Niederschrift übereinstimme, noch nicht entschieden sei. Er hält es nicht für wahrscheinlich, daß da Costa seine Selbstbiographie in lateinischer Sprache verfaßt habe, und ist geneigt anzunehmen, daß diese Schrift ursprünglich portugiesisch geschrieben gewesen und unser lateinischer Text nur eine Übersetzung sei, wobei der Übersetzer vielleicht manches geändert habe. Ich kann aber dieser Meinung nicht beistimmen, halte es vielmehr für ausgemacht, daß da Costa seine Schrift nicht portugiesisch, sondern lateinisch verfaßt hat und der uns vorliegende Text ganz der ursprüngliche ist. Der erste Herausgeber Limborch bezeugt ausdrücklich, daß der Titel »Exemplar humanae vitae«, so wie er in der Ausgabe lautet, vom Verfasser selbst herrührt, daß eine Abschrift dieser in der Wohnung da Costas nach seinem Tode Vorgefundenen Schrift zunächst durch einen hervorragenden Amsterdamer Bürger in die Hände des Arminianers Simon Episcopius, eines Großonkels des Herausgebers, gekommen und eben diese Abschrift aus den nachgelassenen Papieren des genannten ersten Besitzers veröffentlicht worden ist2). An eine Übersetzung aus dem Portugiesischen ist also nicht zu denken. Auch der Hamburger Pastor Müller, der spätestens 1643 ebenfalls eine Abschrift des »Exemplar« erhalten hat und in den Prolegomenen zu seinem Werke »Judaismus deledus« eine Stelle daraus anführt3), weiß es nicht anders, als daß Uriel da Costa *) S. Sfeeligmann] in seiner Besprechung des Buches von Mendes dos Remedios, Os Judeus Portugueses em Amsterdam in ZfhB. XV, 42. 2) Siehe Limborch, S. 344: Titulum ille praefixit, quem praefixum vieles, Exemplar humanae vitae. In defuncti aedibus scriptum hoc fuit repertum, cujus apographum proavunculo meo Simoni Episcopio ab eximio quodam hujus civitatis viro communicatum ego inter scedas ejus reperi. Limborch (lebte von 1633—1712) war das hochangesehene Haupt der Arminianer in Holland. 3) Siehe Müller Joh., Judaismus delectus, Hamburg 1644. Die Vorrede ist von 1643. S. 72 wird von einer Stelle aus dem »Exemplar« ausdrücklich gesagt: »Seine Worte lauten also«.