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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 1 · p. Seite 38

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 1
Article
Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas
Date
1918-01-01
Page
Seite 38 (sequence 2)
Language
German
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38 Zur Lebensgeschichte Uriei da Costas. Sie macht durchaus den Eindruck der Glaubwürdigkeit. Wenn er auch zum Schlüsse1) von der Schaubühne dieser Welt spricht und von der Rolle, die er auf ihr gespielt hat, so steht doch fest, daß er nichts von einem eitlen Charakterspieler oder einem auf Wirkung rechnenden Heuchler an sich gehabt hat, daß sein schmerzliches Pathos, sein Zorn und seine Betrübnis durchaus echt gewesen sind, und daß wir, ob auch noch so weit davon entfernt, seinen Anschauungen und Werturteilen beizupflichten, seinen Berichten vollen Glauben schenken dürfen. Echtes Empfinden weht aus seinen Worten uns entgegen2): »Es sei mir gestattet, frei zu sprechen. Denn warum sollte dem, der gewissermaßen sein Testament fertig macht, . . . nicht gestattet sein, wenigstens im Angesichte des Todes Wahres zu erzählen.« Die furchtbare Aufregung, die den Unglücklichen während seiner letzten Tage durchzittert haben mochte, hat ihm eine ruhige, lückenlose Berichterstattung gewiß nicht ermöglicht, aber seine Aufzeichnungen sind, soweit sie Tatsächliches enthalten, durchaus glaubhaft, auch in den Punkten, wo sie nicht anderweitig bestätigt werden. Die Authentizität des Exemplar humanae vitae in der uns vorliegenden Fassung darf mit Recht vorausgesetzt werden. Einer ea, quae a Deo dicebantur« so, als ob es hieße »quäe de Deo dicebantur.« Nicht das im A. T. über Gott Ausgesagte ist gemeint, sondern das im A. T. von Gott gesprochene Wort. S. 76, Anm. 1 weiß V, nicht, daß die Sadducaer, deren Argumente Men. Ben-Israel anführt, nicht die alten, sondern die neuen zeitgenössischen Sadducaer sind. Das Richtige hat bereits Perles in Monatsschrift XXVI (1877) S. 195, Anm. 1. Ex. S. 80, Anm. 1 will V. die den Rabbinen in den Mund gelegten Worte da Costas »omnes patres sumus« durch einen Hinweis auf Basnage erklären. Aber diese Worte bedeuten doch wohl nicht »wir alle sind Väter«, sondern »wir alle sind Patres« d. h. Geistliche, vgl. Ex. S. 77, Z. 4 v. u. Patrum istorum und S. 82, Z, 16 Ol patres execrandi. J) Ex. S. 90: Habetis vitae meae historiam veram et quam personam in hoc mundi vanissimo theatro egi. 2) Ex. S. 77: liceat . . libere loqui, quare enim non liceat ei, qui quasi testamentum conficit, .... saltem in morte vera enarrare.

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