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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 1 · p. Seite 35

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 1
Article
Das Wort Rabbi im nichtjüdischen Schrifttum
Date
1918-01-01
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
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Das Wort Rabbi im nichtjüdischen Schrifttum 35 man ist ein Puritaner, weil die Puritaner in großer Anzahl in Banbury, einem Städtchen nördlich von Oxford, wohnten. Dieser Zeal-of-the-Land Busy wird als rabbi angesprochen, und als rabbi ist von ihm die Rede. Siebenmal finden wir das Wort, einmal in der Schreibung rabbin, Einzahl. Auf die Frage: »Wie heißt Ihr Ehrwürden Ältester (= Presbyter), Ihr Banburyman?« antwortet die Hauptperson Littlewit (= Dummkopf): »Rabbi Busy, mein Herr; er ist mehr als ein Ältester, er ist ein Prophet, Herr;« und ein anderer fügt hinzu: »Sein Vornamen ist: Zeal-of-the- Land.« Wie wenig Verwandtschaft dieser Ehrenmann mit einem echten Rabbi .hat, geht aus seinen eigenen Worten hervor. Obwohl es ihm als Puritaner verboten ist, Schweinefleisch zu essen, gestattet er es mit nichtigen Gründen auf der Bartholomäusmesse nicht nur anderen, sondern sich selbst und beweist dadurch seine religiöse Heuchelei: «Ich will essen, übermäßig essen und prophezeien, und ich werde damit zugleich Nutzen stiften: wenn ich öffentlich Schweinefleisch esse, werde ich meinen Haß und meine Verachtung des Judentums laut bekennen, in dessen Gerüche meine Brüder stehen. Deshalb also will ich essen, ja, ich will übermäßig essen.« Und der beschränkte Anwalt Littlewit fällt sofort ein: «ja, meiner Treu; ich will ebenfalls herzhaft essen, weil ich kein Jude sein will, ich mochte dieses steifnackige Volk nie leiden.« Ben Jonsons Zeal-of-the Land Busy ist eine der gelungensten Satiren auf die Auswüchse des Puritantismus, der in jener Zeit in Blüte stand. Über ihn belehrt man sich am besten und bequemsten in der Realencyclopädie für protestantische Theologie und Kirche hg. von Hauck 1905, XVI, 323 ff. Das N. E. D. VII, 1621 erklärt das substantiv Puritan mit hypocritical, satirically used, und das Adjektiv mit: applied, chiefly in reproach or ridicule, to one who is, affects to be, or is accounted extremely strict, precise, or scrupulous in religion or morals. Das Hauptgewicht müssen wir auf das Wort affects legen, er tut eben nur so, als ob er es mit den religiösen Gebräuchen sehr genau nehme. Freilich reicht Ben Jonson nicht an Moliere heran, der im 3*

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