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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1918-01-01 · Heft 1 · p. Seite 34

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
62 (1918)
Issue
Heft 1
Article
Das Wort Rabbi im nichtjüdischen Schrifttum
Date
1918-01-01
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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34 Das Wort Rabbi im nichtjüdischen Schrifttum. Quant eiles sont femmes de gros rabbis, Porter joyaulx de fort grans coustemens (15. und 16. jh.) Merkwürdig ist in der ersten Stelle das Wort rabis neben scribes (»Schriftgelehrter«). Daß die Geistlichen durch äußeren Prunk oft Anstoß erregten, wissen wir. Wer erinnert sicht nicht sofort an den Patriarchen in Lessings Nathan? Von den Rabbinern ist uns Derartiges nicht bekannt; ebenso können wir über das Attribut arrogans (= nfr arrogants »anmaßend»), das den rabis in der dritten Stelle beigelegt wird, hinweggehen. Es sind also nur seltene Fälle. Anders liegen die Dinge im Englischen. Ein Blick in das New English Dictionary von Murray Bd. VIII, S. 82 zeigt, daß rabbi sehr oft in der uneigentlichen Bedeutung verwandt wurde. Dieses stattliche, wohl hervorragendste Werk der neueren Lexicographie, beschäftigt sich eingehend mit unserem Worte und gibt u. a. folgenden Sinn an: One whose learning, authority, or office is comparable to that of a Jewish rabbi (frequ. contemptuous) »einer, dessen Gelehrsamkeit, Ansehen oder Amt dem eines jüdischen Rabiners vergleichbar ist (häufig verächtlich)« Freilich wird hinzugefügt: Obs. »veraltet«. Zum Beweise werden vier Stellen beigebracht aus den Jahren 1553, 1629, 1647, 1691. In den drei letzteren wird das Wort je von einem Jesuiten, einem Druiden und einem Presbyterianer gebraucht. Übersehen ist jedoch ein Werk aus dem Jahre 1614, das viel bekannter als die angeführten ist, und wo das Wort rabbi wiederholt erscheint, nämlich das Lustspiel Bartholomew Fair Ben Jonsons, eines Dramatikers, dessen Namen sich neben dem seines größeren Zeitgenossen Shakespeare behauptet hat. Auf den literarischen Wert der Komödie, die schon durch die große Anzahl der auftretenden und individuell gezeichneten Personen auffällig einzugehen, ist hier nicht der Platz. Es genüge zu erwähnen, daß sie von jeher zu den besten Stücken Ben Jonsons gerechnet wurde. Sie ist eine Verhöhnung der Puritaner in einer der Hauptpersonen, Zeal-of-the-Land-Busy, a Banburyman, also etwa »Bruder Eifer des Lands« (nach der Übersetzung Ulbrichs, in Herrigs Archiv Bd. 46, nicht sehr treffend). Ein Banbury-

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