Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über einige englische Scholastiker des dreizehnten Jahrhunderts in ihren Beziehungen zur jüdischen Literatur
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 14)
- Language
- German
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in ihren Beziehungen zur jüdischen Literatur. 29 feste und konstante Natur, die nicht das Werk eines Wirkenden und unter keiner Bedingung veränderlich ist. Darum kann man Gott in dieser Beziehung keine Macht zuschreiben. Das wird von keinem der Denker irgendwie bestritten und wird nur von denjenigen nicht beachtet, die die intelligibeien Begriffe nicht verstehen . . . Was die Frage betrifft, ob er (Gott) ein bloßes Akzidenz hervorbringen kann, das nicht in einer Substanz ist, so hat eine Gruppe von Denkern, nämlich die Mutaziliten, sich das als dem Bereich des Möglichen angehörend vorgestellt, während andere es für unmöglich erachtet haben« usw. Auch darin schließt sich Thomas v. A. dem Maimonides an, daß die Allmacht Gottes nicht das an sich oder seinem Begriffe nach Unmögliche zu ihrem Gegenstand haben könne1). 10. Ulterius erravit circa divinam providentiam. Credidit enim, Deum habere providentiam hominum quantum ad speciem et quantum ad singularia; aliorum autem dixit, Deum tantum habere providentiam quantum ad speciem, non secundum singularia. Unde casus foliorum de arbore, et aliorum, quae contingunt circa singularia talia, noluit subdi ordini divinae providentiae, sed aestimavit, omnia talia fieri per accidens, ut ex III° libro De Expositione Legum patet, capitulo XVII°, More III, 17 (Guide III, S. 129): »Ich glaube, daß in dieser Niederwelt, ich meine unter der Mondsphäre, die göttliche Vorsehung, was die Individuen betrifft, nur die der Menschengattung allein zum Gegenstand hat, und daß nur in dieser Gattung alle Zustände der Individuen, das Glück und das Übel, die ihnen begegnen, dem Verdienste entsprechen, wie es heißt: »»Denn alle seine Wege sind Gerechtigkeit«« (Deut.* *32, 4). Was aber die anderen Lebewesen und insbesondere die Pflanzen betrifft, so teile ich die Ansicht des Maimonides zu den Lehren seiner jüdischen Vorgänger in dem von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums herausgegebenen Sammelwerk: Moses ben Maimon, sein Leben, seine Werke und sein Einfluß II, S. 211 f. *) Summ, theolog. I qu. 25 artic. 3; Contra Gentil. II, cap. 22; Quaest. disput. De potentiaDei qu. 1 artic. 3. Vgl.Guttmann,Thomas, S.54L