Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau (1742 - 1945), und seine Zeit
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 5)
- Language
- German
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Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau. 55 begabten jungen Mann nur eine Übergangsstation. Seine Fähigkeiten und seine weit verzweigten verwandtschaftlichen Beziehungen, sowie seines Schwiegervaters Reichtümer konnten ihm eine größere Gemeinde erschließen. So tauchte seine Kandidatur in Krakau auf. Die Vorgänge in Krakau waren in ganz Polen allbekannt; die Taufe des Szydlower Rabbiners und der Skandal beim Judentag in Jaroslau brachten den Rabbinatsstuhl David Schmelkas ins Wanken. Daher machten sich wahrscheinlich sofort mehrere Anwärter bereit, um dies älteste und fast größte Rabbinat Polens zu erringen. Im Jahre 1741 wurde die Sache spruchreif. Das obenerwähnte Urteil des Wojewodengerichtes hatte endgültig das Ansehen des Krakauer Rabbiners untergraben und zwang diesen, wenigstens für den Augenblick die Stadt zu verlassen. Jetzt war es für die Agenten aller offenen und stillen Kandidaten an der Zeit, ihre Arbeit zu beginnen. Darum sandte Samuel Isaakowicz seinen Bruder Gedalja nach Krakau, um den Posten für seinen Schwiegersohn zu gewinnen. Wir kennen die einzelnen Verträge und Versprechungen Gedaljas nicht. Nur einen Fall notieren uns die Akten des Krakauer Schloßgerichtes, und zwar wieder eine Wechselangelegenheit. Gedalja hatte in Krakau viel Geld an einflußreiche Personen verteilt und ließ sich von den Vorstehern Wechsel in blanco geben, um die Sicherheit zu haben, daß sie bei der Rabbinerwahl für seinen Neffen stimmen würden. Auch der Vorsteher Daniel, Sohn Salomos (Salamonowicz), Titularrabbiner in Ssdziszöw, hatte einen derartigen Wechsel hinterlegt. Als er sich dann später mit dem Rabbiner entzweite und mit dessen Gegnern verbunden hatte, füllte Gedalja den Wechsel aus und deckte mit ihm seine eigene Schuld beim Fürsten Sanguszko. Bei dieser Gelegenheit erfahren wir, daß die Juden- Gemeinde Krakau bei diesem Anlaß eine Anleihe oder eine Gabe von 1000 Dukaten bekommen hat1). Wie immer die Mittel und Wege gewesen sein mögen, die Gedalja eingeschlagen hat, soviel sehen wir, daß die Krakauer Gemeinde, ohne die vom Wojewoden von Sandomierz für den נ) Rel. castr. 173 (705), S. 934, 957.