Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau (1742 - 1945), und seine Zeit
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 4)
- Language
- German
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54 Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau. dem nachmaligen Joseph Jonas Fränckel, und verschaffte ihm sofort das Rabbinat in der kleinen Heimatsgemeinde Stuck. Isak Joseph war ein Sohn des Chajjim Jona und Enkel des Chiskja Josua Theomim1) Chiskija Josua war Rabbiner in Przemysl, wurde aber von der eigenen (Przemysler) Gemeinde befehdet und nur von der Przemysler Landsmannschaft unterstützt. Dadurch kam es zu einem Bruch zwischen Stadt und Landsmannschaft, ähnlich wie in Posen und Krakau,und Chiskija Josua Feiwel siedelte zuletzt nach Rzeszow über, was ihm unter anderem von den Vorstehern in Przemysl vorgehalten wurde; er ließ nachher auch die Landsmannschaft von Przemysl im Stiche, um sich in Breslau ansässig zu machen2) Von seinen zwei Söhnen war der jüngere Arje Löb Rabbiner in Rzeszow, der ältere Chajjim Jona Rabbiner in Breslau. Eine Tochter Chiskija Feibels war an Salomo, den Rabbiner in Pinczöw, verheiratet. Chajjim Jona, Rabbiner in Breslau, starb im Jahre 1727 und hinterließ zwei Töchter und einen Sohn Isaak Joseph, den Schwiegersohn des oben genannten litauischen Groß- Pächters und Güterverwalters der Radziwills, Samuel Isaakowicz aus Sluck. Isaak Joseph erblickte im Jahre 1721 das Licht der Welt und war also beim Tode seines Vaters kaum 6 Jahre alt. Seine Erziehung leitete die zweite Frau Chajjim Jonas, Rösel, Tochter des Naftali Hirsch Mirels aus Berlin. Sie verheiratete ihn auch an die Tochter Samuels aus Sluck und freute sich an dem Gedeihen ihres einzigen Sohnes. Sluck war aber für den schriftliche Quelle vor, so würde ich leicht behaupten können, daß יריאודטץ ein verdorbenes יצקאוויטץ (Itzkowitz) d. i. Isakowicz, Sohn Isaaks, ist besonders, da Jerjawitz ganz fremd dem polnischen Sprachgefühl ist und im Jargon niemals gebraucht wird. Angesichts der mündliehen Überlieferung kann ich nur die Hypothese aufstellen, daß diese Überlieferung nicht bis auf Gedalja, sondern auf seinen schriftlich erhaltenen und schlecht gelesenen Namen zurückgeht [Kinder} Enkel und Urenkel führen keinen schlecht gelesenen^ sondern einen lebendig gesproehenen Beinamen. Es muß daher m. E. bei יריאוויטץ sein Bewenden haben. M. Br.] 1) Stammbaum bei Löwenstein in der »Monatschrift« 1913 S. 341 ff. 2) Freimann, תקע שופר, Einleitung.