Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau (1742 - 1945), und seine Zeit
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 3)
- Language
- German
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Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau. 53 aller Güter in der ganzen Starostei Kryczöw vor1). Gegen seine Tätigkeit erhob am 1. August 1741 der Gutsbesitzer Slawelij Kor da Einspruch mit Hinweis darauf, »daß Samuel mit Leuten des Fürsten Radziwih die Güter des Protestierenden und der Herren Jaskiewicz, Patuza, Leszczanka und Üszaki überfallen, mit Gewalt die Vermessung der Felder und Wälder vorgenommen; und, obwohl diese Güter im Wojewodentum Braclaw liegen, sie so besteuert habe, als ob sie den RadziwiHs gehörten. Der Kläger wollte den Samuel stören; dieser drohte aber ihm und seinen Leuten mit Gefängnisstrafen im Schlosse Stuck und mit Parzellierung der Güter unter die Radziwillischen Anhänger2). Gedalja Isaakowicz (Ickowicz) war ebenfalls Faktor des Fürsten Radziwiil, und Verwalter aller fürstlichen Brennereien, Mühlen usw. Am 27. Dezember 1732 gestattete er im Namen des Fürsten dem Pfarrer zu Komorowice für eigenen Gebrauch Bier und Meth zu brauen 3). Solche reiche Juden suchten für ihre Töchter stets eheliehe Verbindungen unter den jungen Gelehrten des Landes und sorgten dann dafür, daß ihre Schwiegersöhne irgend welche, mögliehst bedeutende Rabbinatsstellen erhielten. So tat auch Samuel und verheiratete seine Tochter T r e i n e mit IsakJosephTeomi m4), נ) Historisch-juridische Materialien aus den Archiven in Witebsk und Mohilew, ediert von Sasanow. Heft I—XXIV Petersburg 1871 bis 1895. (russisch) Heft XVII, S. 75. Siehe auch Regesty i Nadpisy, swod materialow dla istoryi jewrejew w Ro. sii. St. Petersburg 1913, Bd. III, Nr. 1869. 2) a. a. O. S. 280 und Regesty i Nadpisy III, Nr. 1875. 3) a. a. O. S. 275 und Regesty i Nadpisy III, Nr. 1852. 4 Brann: Geschichte des jüdisch-theologischen Seminars in Breslau S. 9, Anm. 2 gibt den Namen Samuel יריאוויטץ larjawitz an, was er als Dzierzawca Gutspächter interpretiert. Dieselbe Benennung finde ich in einem handschriftlichen Zusatz in meinem Exemplar von Br an ns Geschichte des Landrabbinats in Schlesien, welches ich antiquarisch in Berlin gekauft habe. Prof. Brann schreibt mir diesbezüglich, daß er den Namen von David Kaufmann habe, der ihn aus dem Munde des Haager Oberrabbiners R. Berisch Bernstein erhielt. Ferner lebte in Rawitsch eine Familie, die den Beinamen Jarjawitz führte und von Gedalja abstammte. Läge hier keine mündliche Tradition, nur eine