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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 1 · p. Seite 42

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 1
Article
Lazarus Bendavid
Date
1917-01-01
Page
Seite 42 (sequence 17)
Language
German
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42 Lazarus Bendavid. werden. Dieses Ansinnen hat aber Moses Mendelssohn in einer Art abgewiesen, »die seiner Klugheit Ehre macht (durch eine argumentatio ad hominem). So lange (sagt er) als nicht Gott vom Berge Sinai unser Gesetz ebenso feierlich auf hebt, als er es (unter Donner und Blitz) gegeben, d. i. bis zum Nimmertag, sind wir daran gebunden1), womit er wahrscheinlicher Weise sagen wollte: Christen, schafft Ihr erst das Judentum aus Eurem eigenen Glauben weg, so werden wir auch das unsrige verlassen, — daß er aber seinen eigenen Glaubensgenossen durch diese harte Forderung die Hoffnung zur mindesten Erleichterung der sie drückenden Lasten abschnitt, ob er zwar wahrscheinlich die wenigsten derselben für wesentlich seinem Glauben angehörig hielt, ob das seinem guten Willen Ehre mache, mögen diese selbst entscheiden2).« Zu dieser Auffassung ist Kant vermutlich dadurch gekommen, daß David Friedländer, Bendavid und andere für die Beseitigung des Zeremonialgesetzes eintraten. Wenn Mendelssohn so schroff abgelehnt hatte, was andere Vertreter des Judentums für möglich hielten, so glaubte er sich das nur aus einem Mangel an gutem Willen erklären zu können3). »Selbst in Ansehung der ג) Vgl. Jerusalem (Mendelssohns Ges. Schriften B. 3) S. 356. 2) Streit der Fakultäten (Kants Werke B. 10) S. 307 Anmerkung. 3) Früher hatte Kant über Mendelssohns Jerusalem ganz anders geurteilt. Kurze Zeit nach dessen Veröffentlichung (Mai 1783) schreibt er (18. August 1783) an Mendelssohn: »Herr Friedländer wird Ihnen sagen, mit welcher Bewunderung der Scharfsinnigkeit, Feinheit und Klugheit ich in Ihrem Jerusalem gelesen habe. Ich halte dieses Buch für die Verkündigung einer großen, ob zwar langsam bevorstehenden und fortrückenden Reform, die nicht allein Ihre Nation, sondern auch andere treffen wird. Sie haben Ihre Religion mit einem solchen Grade von Gewissensfreiheit zu vereinigen gewußt, die man ihr garnicht zugetraut hätte und dergleichen sich keine andere rühmen kann. Sie haben zugleich die Notwendigkeit einer unbeschränkten Gewissensfreiheit zu jeder Religion so gründlich und so hell vorgetragen, daß auch endlich die Kirche unsererseits darauf wird denken müssen, wie sie alles, was das Gewissen belästigen und drücken kann, von der ihrigen absondern, welches endlich die Menschen in Ansehung der wesentlichen Religionspunkte vereinigen muß, denn alle das Gewissen

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