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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 1 · p. Seite 30

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 1
Article
Lazarus Bendavid
Date
1917-01-01
Page
Seite 30 (sequence 5)
Language
German
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,30 Lazarus Bendavid. Geistes, war ihnen das rechte Verständnis nicht aufgegangen. Um dem Juden eine würdigere Stellung im Leben, im Staate und in der Gesellschaft zu erringen, waren sie mehr oder minder geneigt, das Judentum selber, das sich ihnen vornehmlich in dem ihnen verhaßten Zeremonialgesetz verkörperte, preiszugeben. So konnte es geschehen, daß ein Mann wie David Friedländer, dem man einen hohen Idealismus und die Liebe zu seinen Stam m es genossen nicht absprechen kann, von den rationalistischen Anschaumigen der Aufklärungsperiode beherrscht, auf den Irrweg geriet, mit dem Probst Teller über die Bedingungen für den Übertritt der Juden zum Christentum in Verhandlung zu treten. Einer der letzten Vertreter dieser Geistesrichtung war Lazar us Bendavid (geb. 1762 in Berlin und gestorben daselbst 1832). Der Schwerpunkt seiner Wirksamkeit lag allerdings auf anderen Gebieten. Er war vor allem Mathematiker und Philosoph, und die umfangreiche literarische Tätigkeit, die er entfaltet hat1), war vornehmlich diesen beiden Gebieten der Wissenschaft gewidmet. In der fruchtbarsten Periode seines Lebens, (vom Jahre 1785, in dem er zum ersten Mal als Schriftsteller hervortrat, bis zum Jahre 1802), in der er in rascher Aufeinanderfolge eine erstaunlich große Anzahl von Schriften mathematischen und philosophischen Inhalts erscheinen ließ, hat er sich, abgesehen von einigen kleineren bibelwissenschaftlichen Abhandlungen, nur in zwei Veröffent- Hebungen mit dem Judentum beschäftigt, in der Schrift: »Etwas zur Charakteristik der Juden« (Leipzig 1793) und in einem Vortrag: »Über den Unterricht der Juden«, den er am 18. Januar 1800 in der literarischen »Gesellschaft der Freunde der Humanität« gehalten und in seine Sammlung: »Philosophische Aufsätze vermischten Inhalts« (Berlin 1800) mitaufgenommen hat. Wir würden unserem Autor vielleicht unrecht tun, wenn wir ihn ausschließlich 9 Ich gebe im Anhang ein, wie ich glaube, vollständiges, chronologisch geordnetes Verzeichnis seiner gedruckten Schriften und Abhandlungen. Carmoly’s Verzeichnis in der Revue Orientale Tom. II, S. 355 (Bruxelles 1842) beschränkt sich auf die selbständigen Schriften Bendavids.

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