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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 1 · p. Seite 10

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 1
Article
Notizen zur "kleinen Chronik"
Date
1917-01-01
Page
Seite 10 (sequence 4)
Language
German
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10 Notizen zur »kleinen Chronik«. berichtet wird: Rab hat als Kohen gelesen (רב בכהגד קרא), d. h* als .Erster, wie sonst nur ein Kohen. Aber Samuel war doch da, ein wirklicher Kohen, und doch soll jener 1 ודבר עליה)vor ihm gesprochen haben? Ja, denn auch Samuel war dem Rab untergeordnet Die Tatsache also, daß Jemand in bevorzugter Weise zur Thora gerufen wird, womit dann ihm das Wort zu jenem Abschnitt zusteht, heißt דבר (aram. Pail) sprechen; derjenige, der ihn zu dieser Würde beruft, läßt ihn gewissermaßen sprechen, aram. אדבריה (Afel). R. Chisda, als hervorragender Gelehrter und demnach im Gottesdienste gewiß die leitende Person, ließ den Ukba zur Thora vortreten, womit er ihn eo ipso »sprechen ließ«, und jener hat tatsächlich das oder jenes vorgetragen (דרש). Dieser Ausdruck bezieht sich, wie leicht erwiesen werden kann, auf den an die verlesene Perikope anknüpfenden Vortrag; so war es, wie wir gesehen haben, auch bei der Einsetzung des Exilarchen gehalten worden. Hier ist nur noch eines zu wissen nötig: in der alten Synagoge, in der überhaupt nur die Würdigsten zur Thora zugelassen wurden, durfte Niemand hervortreten, es sei denn, daß er dazu vom Synagogenvorsteher aufgefordert worden war. Siehe T. Meg. IV, 21, p. 227 »[Selbst] das Synagogenoberhaupt soll nicht lesen, es sei denn, daß es ihm andere heißen, denn Niemand darf [dieses Amt] eigenmächtig an sich ziehen2).« Die Aufforderung erging von dem angesehensten Gesetzeslehrer, z. B. in einem Falle von R. Akiba, der den Jochanan ben Tortha mit den Worten ansprach: עמוד וקרא בתורה stehe auf und lies in der Thora (Exod. R. 40, 1, s. רד״ל z. St.). Unser dreifaches עמוד im 3 רשות) für die l) Raschi etwas w. unten gebraucht die Worte: להאי דאדבריה עליה, d. i. Rab hat den Samuel über sich gesetzt. Ich kann diese Erklärung nicht gutheißen. Sie wird auch gebracht im Juchasin, ed. London, 192b mit dem Wortlaut (so auch ms. M.) ודבר עלויה: Samuel pflegte sich über Rab zu setzen; aber auch dieser Erklärung kann ich nicht zustimmen. שאין אדם טבזבזהו בידיו לעצמו ף wörtlich: denn Niemand darf eigenmächtig wie über eine Beute sich darauf werfen. Vgl. Elbogen S. 170. 3) Auch auf diesen Begriff ist zu achten.

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