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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 1 · p. Seite 70

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1916-01-01
Page
Seite 70 (sequence 5)
Language
German
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Besprechungen und kurze Mitteilungen. 70 Ebenso handelt es sich bloß um Verwechslungen, wenn an einer Stelle als Ausspruch eines Amora erscheint, was an einer anderen als Baraita mitgeteilt wird. Zuweilen wird ausdrücklich hervorgehoben,, daß es zweifelhaft sei, ob der mitgeteilte Satz der Ausspruch eines Amora oder eine Baraita sei1). Besonders konnte es leicht geschehen, daß eine Baraita, die zum ersten Male von einem Amora mitgeteilt wurde, später als ein eigener Ausspruch dieses Amora angesehen wurde2). Um ein solches Verhältnis wird es sich häufig an den Stellen handeln, wo im Talmud der Ausspruch eines Amora mitgeteilt und gleich darauf eine Baraita als Beleg zitiert wird, die sich vollständig mit dem Ausspruch des Amora deckt. Diese Stellen werden vom Verf. S. 268 erwähnt, doch wird von ihm diese Erklärung gar nicht in Erwägung gezogen. Ferner werden von ihm unter der Rubrik תניא נפי הכי sehr verschiedenartige Fälle zusammengetragen: Fälle, in denen nur die Baraita als Beleg für den Ausspruch des Amora dient, und solche Fälle, in denen sich dieBaraita völlig mit dem Ausspruche des Amora auch dem Wortlaute nach deckt. Hier liegt die Vermutung nahe, daß der angebliche Ausspruch des Amora nichts anderes war, als die Mitteilung der Baraita3). Auf einem Irrtum beruht die Auffassung des ף jer. Beza 63b: חפן אפרץ בשם ר׳ חסרא ולא ידעץ אץ פן שפרעה ואין מן פתני׳, jebamot nd.־; im Babü heißt es dafür אמר פלוני ואמרי לה במתניתא תנא, Vgl. Berachot 51t). Wie sehr man darauf achtete, Aussprüche von Baraitot zu unterscheiden, geht hervor aus Nidda 26 a "דרש שילא וכף תלת פתניתא ותרתי שפעתתא וכף אימא א״ר חייא. Zu״ weilen jedoch war man in der Überlieferung so unsicher, daß man bloß von der Existenz einer Baraita, nicht aber deren Inhalt wußte, vgl. Jer. Pea 17<1. תני ר׳ יורן בר פוי דבר דליא ולא ידעץ מה תנא. 2) Auf diese Weise versuchen es Toßaf. Erubin 38b s. v. אמר zu erklären, daß die bekannte Ansicht Rabbas inbezug auf הכנה in Beza 2b als Ausspruch Rabbas und in Erubin a. a. O. als Baraita mitgeteilt wird: הרבה הביא הברייתא תחלה לביהמ״ד. 3) Auffällig ist Kidduschin 63 b, wo eine Baraita als Beleg für einen Ausspruch R. Chisda’s zitiert wird, während Toßifta Tohorot VI, 15. (ed. Zuckermandl), welche wörtlich mit jenem Ausspruch übereinstimmt, übergangen wird, worüber R. S. zu Tohorot V. 9 sich wundert. Auch diese Stelle wird vom Verf. S. 275 übergangen, wo sie s. v. ר׳ חסדא hätte stehen müssen, obgleich auf derselben Seite Kidduschin 63 inbezug auf R. Assi genannt wird.

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