Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Wiederherstellung der Kommentare Ibn Esras zu den Büchern Jeremias, Ezechiel, Sprüchen Salomos, Esra, Nehemia und Chronik
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 9)
- Language
- German
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Die Wiederherstellung der Kommentare Ibn Esras. 49 hat, wie Lippmann1) meint, ist zweifelhaft, da die von IE. an R. Tarn gerichteten Fragen, auf die sich Lippmann beruft, rein exegetischer Natur waren2). Wer sein Lehrer war, ist unbekannt. In seinen Schriften bezeichnet er niemanden als solchen. Lag das etwa daran, daß sein Selbstbewußtsein ihn abhielt, zuzugestehen, wieviel von seinem reichen Wissen er Anderen zu verdanken hatte? Hin und wieder gab er übrigens Erklärungen, die wir auch anderweitig finden3). Vielleicht hatte er diese auch wirklich selbständig und unabhängig von anderen ermittelt. Auch über seine Familienverhältnisse besitzen wir keine Nachrichten. Rosin will aus dem mnemonischen Zeichen für die Wurzel- Iaute4).^yr גט חסד קצר aufZerwürfnisse mit seiner Frau und Scheidung von ihr schließen. Auf seinen Sohn, den wir im Jahre 1143 in Bagdad5) treffen, komme ich noch zu sprechen. Nicht lange blieb IE. in Cordova. Einige Jahre später finden wir ihn in Lucena6). Vielleicht führte er schon in Spanien ein Wanderleben, und zwar gerade infolge seiner besonders dürftigen Verhältnisse7). 2. Ibn Esras literarische Tätigkeit scheint in Spanien nur .auf Gedichte beschränkt gewesen zu sein. Er selbst teilt uns über seinen spanischen Aufenthalt Folgendes mit: לפנים בנערים הכינותי ג) Einleitung zum Sefer ha־Schem 1834, S. 6, A. XXX. 2) Traktat Rosch ha־Schana 13 und Kidduschin 37b in Toßafoth. Auf diese Stelle wird sich wohl die Bemerkung beziehen, die R. Secharia b. Saruk in seinem Werke מגלת אסתר macht: ואנכי ראיתי חוושי הרא״בע מטס׳ קידדשין והם בתכלית הדקות והאיכות. vgl. Asulai שה" ג (ed. Benjakob) II, S. 7• 3) S. lE.s Hiobkomm., ed. Galliner 1901, S. 22 ff. 4) Mosnajim 3a u. Safa berura 31a. 5) Monatsschrift 42., S. 1g. 6) S. das Akrostichon bei Egers No. 24 u. ZdMG. LVII, S. 424. 7) S. Rosin I, S. 98, N. 59; Ma'aße Efod von Profiat Duran, ed. Friedländer, 1865, Eini.6: ולפי שלא היו לחכם הנכבד אכן עזרא ו׳ל שתי פרוטות מימיו Vgl. jedoch Albrecht in ZdMG. 57, S. 423 und dazu noch Joseph del Medigo in Melo-Chofnaim, ed. Geiger, S. 19. Monatsschrift, 60. Jahrgang 4