Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Vorgeschichte Israels und seiner Religion
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 8)
- Language
- German
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26 Die Vorgeschichte Israels und seiner Religion. Das von den Festen Nachgewiesene gelte auch von den religiösen Symbolen und Allegorieen. Sie seien echtes ursemitisches Erbgut. Die allegorischen Redefiguren Ezechiels treten uns aus den babylonischen Denkmälern in den verschiedenen Museen plastisch entgegen. Aber Ezechiel, der, was nicht erst gesagt zu werden braucht, ein Gegner des babylonischen Polytheismus war, habe diese mythologischen Allegorien nach Jampels Meinung nicht erst den heidnischen Babyloniern entlehnt, sondern als urebräisches, religiös-symbolisches Gut benützt. In der Urzeit war auch das Symbol naive, religionsphilosophische Erkenntnis, und erst später, als die naive, religiöse Erkenntnis polytheistisch degenerierte, ist es zur Fratze herabgesunken. So dürften auch die Cherubim, die poetischen Kosmogenieen, die Engelnamen uraltes ebräisches Gut gewesen sein, das die Israeliten später in Babylon, der Wiege des Ursemitismus, vorfanden und nur wieder gewannen, nicht aber erst in der Zeit des Exils unter dem Einfluß des Parsismus annahmen. Der biblischen Engellehre widmet jampel eine gründliehe, wenn auch nicht immer glückliche Untersuchung, um der bibelkritischen Hypothese von dem Henotheismus der Bibel in vorexilischer Zeit den Garaus zu machen. Da in der Bibel die Engel zuweilen mit Elohim oder mit jHWH bezeichnet werden (Gen. 18,1. 3. 32,39 u. a. St.), so dreht Jampel den Spieß einfach um und erblickt an mancheu Stellen (Gen. 1, 26. 11,7 ti. a.), die für die rein monotheistische Auffassung schwierig sind, in Elohim Engel, die sozusagen zu Gottes Kronrat oder, um mit dem Talmud (Sanhedrin 38b) zu reden, zu seinem »Familienrat« gehören. Unter Elohim wären demnach die guten, unter Elohim achefim die bösen, unheilbringenden Geister zu verstehen* 1). Somit erklären sich Ausdrücke wie: אלהים קרובים oder אלהי האלהים oder אין כמוך באלהים usw., namentlich in den poetischen Stücken l) S. 170 sagt jampel: In II. Sam. 24, 1. wird im Gegensatz zu I. Chron. 21, 1. auch der »Satan« durch »Elohim« wiedergegeben, ln meinem Bibelexemplar habe ich II. Sam. 24,1. 'אף ד•