Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 32 (sequence 20)
- Language
- German
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82 Die Darstellung der Juden im deutschen Roman einen Indianerstamm etwa hält. Und wirklich zwingt ein Pöbel־ häufe Joel, ihnen die Tochter auszuliefern, »daß ihr Stamm sie hinführen möge in MenensHeim, und der Bischof, bedroht von dem über ihn längst erbitterten Volke (den Juden?), muß sich fügen. Noch an diesem Abend empfängt Monika Menen-Räh (wie heißt sie nur eigentlich? Ist Menen nicht ein männlicher Vorname?) ihres Sohnes Braut. »Vater und Sohn (Brahen) bleiben allein in dem Vorstadthause, stumme Verwünschungen auf den Lippen, ohnmächtigen Haß«. Arons Vorgesetzte finden, da er gegen die Kirche nicht gefehlt hat, keine Schuld an ihm. »Er, Aron Brahen, geboren alsjehowahs Sohn, konnte sich der Hoffnung hingeben: Eines Tages kann vielleicht ich, auch ich »ein Unfehlbarer« heißen«. Rascher kann ich über einen zweiten Roman dieser Gräfin Edith Salburg, Ein Konflikt, Roman 4. Aufl. Dresden K. Reisner 1910. 153. S., hinweggehen. Er ist nicht geschmackvoller und behandelt einen Vorfall, der vor wenigen Jahren durch die Zeitungen ging. Ein Offizier war der Verlobten eines Kameraden zu nahe getreten und von dem Beleidigten im Zweikampf erschossen worden. Ich hätte keine Veranlassung, mich damit zu befassen, wenn nicht die Verfasserin die Gelegenheit benützt hätte, als Nebenpersonen ein jüdisches Schwesternpaar anzubringen, das ohne jedes mildernde Licht eine höchst unfeine Rolle spielt. Nur diese will ich mit den Worten des Buches anführen; es wird vollkommen genügen. Schauplatz der Handlung: eine Garnisonsstadt. Sie sind die Töchter einer vermögenden Jüdin, die sich als Engländerin ausgibt, obschon sie eine Böhmin ist, und eines internationalen jüdischen Börsensensals, der abseits lebt. Sie behauptet im Schweiße ihres Angesichts eine gewisse Stellung in den Militärkreisen der kleinen Stadt, hält sich zwei alte Renommiergrafen (in der kleinen Stadt!), die tolerant sind, weil sie gerne gut essen, und ist beleidigt, wenn man ihr etwas von seite der Damen schuldig bleibt (an Achtung, versteht sich). »Die Misses Milly und Lilly, die das halbe Jahr, schwach chaperonniert in Badeorten herumzogen, waren nicht geistreicheaber heitere, zugängliche