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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 1 · p. Seite 95

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 1
Article
Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
Date
1914-01-01
Page
Seite 95 (sequence 15)
Language
German
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Das Königlich Westpbsüische Konsistorium der Israeliten. 95 nieden und in unsern Zeiten eben nichts Wünschenswerthes mehr hat, so ist doch eine Kränklende (sic.) Existenz noch weniger als Zero«1). Wolfssohns Mission mußte scheitern. Der Präsident wählte die Männer seines Vertrauens nicht aus den radikalen Kreisen, und die Absicht, die Orthodoxen durch ex« treme Maßnahmen zu verletzen, lag ihm fern. Indessen gab seine Tätigkeit auf religiösem Gebiete doch Stoff genug für eine erbitterte Opposition, die selbst das Ohr des Königs zu finden wußte2), Wie der Präsident selbst dem Geschichtsschreiber Jost später erzählte, wurde er an einem »Courtage« von Jerome ziemlich ungnädig wegen seiner angeblichen Sektirerei zur Rede gestellt und, ohne daß ihm zu einer Erwiderung Zeit blieb, stehen gelassen3). Höchst unwahrscheinlich ist es indessen, daß er noch vor der Auflösung des Königreichs Westphalen seine Demission gegeben haben sollte4). Der Abend dieses reichen Lebens in Berlin ist bereits wiederholt Gegenstand ausführlicherer Schilderung gewesen, sodaß ich hier darauf verzichten kann, zumal ich neues Material nicht beizubringen ver- *) Daß Friedländers Umsturzpläne in Cassel keinen geeigneten Boden fanden, sagt auch Jost a. a. O. S. 325 ff. 3) Graetz a. a. O. 4, 13 ff. Selbst seine persönliche Ehren« haftigkeit anzutasten scheuten setne Feinde sich nicht. Selbst der Unterpräfekt zu Einbeck spricht es in einem Berichte an den Präfekten Delius zu Göttingen ganz unverblümt aus, daß Jacobsohn von allen Israeliten verhältnismäßig am wenigsten Vermögenssteuer bezahle (Staatsarchiv Hannover Des. 51 XIII, Nr. 9). Klagen über angebliche Steuerhinterziehungen des »Millionärs«: jacobsohn kommen oft in den Akten vor. 3) Jost a. a. O. III, 326 Anmerkung. 4) Kleinschmidt in der Zeitschrift des Harzvereines a. a. O. S. 210« Neuer Nekrolog der Deutschen, Band VI, Teil II 696. Dagegen spricht entschieden, daß er in den Akten auch nach 1813 immer noch als Konsistorialpräsident und verantwortlicher Leiter der Behörde erscheint. Siehe weiter unten. Richtig wird sein, daß nach der Abreise Jacob« sohns Berlin die Geschäfte in Vertretung führte.

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