Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 16)
- Language
- German
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96 Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten. möchte1). Ais der einst so mächtige Mann in der Nacht vom 13. zum 14. September 1828 in Berlin starb, war er längst ein stiller, einsamer Mann geworden. Erst nach elfjährigem Aufenthalte in Preußen, vier Jahre vor seinem Tode, hatte er in Berlin das Bürgerrecht erhalten2 *), und keiner seiner Blütenträume war voll zur Reife gelangt’). Auf sein Grab aber hätte man seinen eigenen Ausspruch als Grabschrift setzen dürfen, daß er den besten Teil seines Lebens und einen großen Teil seines Vermögens für die Veredlung seines Volkes verwandt habe4). 1j Graetz a. a. CX 414!,; Philippson a. a, O, 158 f. Interessant ist das Zusammentreffen des halbblinden und kranken Dessauer Ge״ lehrten Joseph Wolf mit Jacobsohn 1824. Als Wolf aus dem Hause Jacobsohns trat, rührte ihn die geistige Schwäche des einstigen Führers der westphälischen Judenlieit so tief, daß er seufzend] zu seinem Sohne sprach: »Ach, das ist Jacobsohn« (Ph. Philippson, »Biographische Skizzen«, 2. Heft, 216 ff.). 2)Am 1. Oktober 1824. Braun schweig, Magazin 1906, S. 115. *) Jacobsohns Bild befindet sich in Sulamith 1808, Jalxrg. II, Band 1. 4) Zeitschrift des Harzvereins a.. a. O. S. 231. Rührend schildert Ph. Philippson seine Güte gegen den bekannten Prediger Wolf aas Dessau (*Skizzen«). Zweites Heft 216 ff. Siehe oben Anm. 1. (Fortsetzung folgt.)/