Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 12)
- Language
- German
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93 Das Königlich Wesipbälische Konsistorium der Israeliten. Tätigkeit im Königreich Westphalen bezeichnet den Höhepunkt seines Wirkens. Auch an äußeren Ehren hat es ihm während derselben nicht gefehlt. November 1812 ernannte jerome ihn zu seinem Hofbankier1) und zum Ritter des von ihm gestifteten Ordens der Krone von Westphalen2)* und das Okerdepartement entsandte ihn als Vertreter von Handel und Gewerbe in die Versammlung der Reichsstände Westphalens. Als Präsident des Konsistoriums suchte er eine selbständige Stellung zu gewinnen, wenn er auch den Rat der verschiedensten Autoritäten einholte3). Welche Anstrengungen die Aufklärungsfanatiker vom Schlage Fried-!anders machten, um ihn ganz zu sich herüber zu ziehen, das zeigt sehr anschaulich ein Brief David Friedländers4) an Aron Wolfssohn4). Wolfssohn, Direktor und Professor a. D. der Königlichen Wilhelmsschule in Breslau, war, anscheinend auf Friedländers Veranlassung, 1808 nach Braunschweig gereist, um mit Jacobsohn zu verhandeln. An ihn. richtete Friedländer nun folgendes Schreiben5 &): *) Zeitschrift des Harzvereines a. a. O. S. 210. *} Am S. November 1812 zu gleicher Zeit mit Abraham Zadig,. dem ersten Leibarzte Jeromes, und Mayer-Dalembert, Sekretär und Adjunkten der Mairie in Cassel (Braunschw. Magaz. 1906, S. 113, Zeitschrift des Harzvereines 1891, S. 63). Siebe auch weiter unten. Der Orden der westphälischen Krone war 1808 gestiftet worden (Goecke-llgen: »Das Königreich Westphalen«, S. 149, nach Klein- Schmidt: »Geschichte des Königreichs Westphalen«, S. 80 erst am 25. Dezember 1809). Napoleon fand, daß zu viele Tiere darin vorkämen (der Hessische Löwe, der Braunschweigische Leopard, der Preußische Adler, das Hannoverische Roß und der Napoleonische Adler). 8) Siehe oben S. 85. 4} Oben S. 85. Über Friedländer s. Graefz XI2, S. 156 ff., Philippson, »Neueste Geschichte des jüdischen Volkes« I, S. 52, 54 und sonst; Jost, *Geschichte des Judentums und seiner Sekten«, III, S. 316 ff. u. ADB. VII, 393. Über Wolfssohn vgl. Graetz a. a. O. S. 120״ 239; Freudenthai in der Monatsschrift, Jahrgang 1892, S. 419 ff.; Delitzsch, *Zur Geschichte der jüdischen Poesie, S. 107. Das intime Verhältnis zwischen Friediänder und Wolfssohn geht auch aus einem anderen Briefe Friedländers hervor Monatsschrift, 1906, S. 372. &) Abgedruckt in der Monatsschrift, Jahrgang 41, S. 375 ff.