Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 1 · p. Seite 88

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 1
Article
Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
Date
1914-01-01
Page
Seite 88 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829859-2829861-2847392--41025-2847502
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

88 Das Königlich Wesiphäüsche Konsistorium der Israeliten. danken könnten indessen nur vorübergehend die unermüdliehe Energie des unverwüstlichen Idealisten lähmen. Als das Unglaubliche geschah und der bisher nur als gefürch״ teter Kriegsfürst bekannte Korse den gedrückten Juden die Sonne seiner Huld leuchten lassen zu wollen schien, da richtete jacobsohn voll Hoffnung seine Augen nach Paris. Er ließ dort eine Schrift erscheinen: »Les premiers pas de la nation juive Vers le bonheur sous les auspices du grand monarque Napoleon« (1806), in welcher er den Kaiser zur Einsetzung eines hohen Rates sowie eines Patriarchen für die europäischen Juden aufforderte1). Als, vielleicht auch im Zusammenhänge mit dieser Anregung, dem erfinderischen Geiste des Herrschers die Idee des Pariser Sanhedrin entsprungen war, da ließ Jacobsohn durch Benedikt Schott2 * * S. * *), den Direktor der Seesener Anstalt, den Deputierten in Paris eine Denkschrift über seine Lieblingsidee, die Notwendigkeit einer besseren Erziehung unter den Juden, überreichen8), ganz im Gegensatz zu der feindlichen Haltung, welche die Berliner Aufklärer, David Friedländer und Genossen, gegenüber der Pariser Versammlung einnahmen. Um dasjudentum mit Hilfe eines *) Das Manuskript liegt den Seesener Akten bei. Jacobsohn selbst war sicherlich nicht der Verfasser, vielleicht der Direktor Schott. — Über Anfeindungen J.’s in Westphalen vgl. weiter unten. *) Philippson, »Neueste Geschichte des jüdischen Volkes« I, S. 15 ff. erwähnt Jacobsohns oder Schotts Schrift nicht, Graetz kennt »les premiers pas« Hur aus einem Auszug bei Brau, »Gesammelte Aktenstücke über die Verbesserung der Juden in Frankreich. Vgl. Graetz, Band Xi־, S, 265. י) Schott war ein radikaler Aufklärungsfreund, dem die Halber- Städter Orthodoxen die Hauptschuld an den religiösen Neuerungen des Casseler Konsistoriums gaben. Seine (Jacobsohns) »Umgebung in Cassel und sein dem flachen Rationalismus nnd den destruktiven Bestrebungen der Berliner Reformer huldigender Freund und Ratgeber Sch.« [ott] hätten J. »zu diesen Eingriffen in das historische Judentum, wie in die Freiheit des Gewissens des Einzelnen verleitet«. (Auerbach a. a, O. S. 140). S. auch weiter unten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.